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Kind beim Bauklötze bauen

Das kindliche Spiel – viel mehr als nur „Spielerei“ Teil 1

„Die Quelle alles GUTEN liegt im Spiel“ -Friedrich Fröbel

Na was hast du heute im Kindergarten gemacht? „GESPIELT“

Diesen Satz habe ich in meiner Tätigkeit als Erzieherin schon oft gehört. Meist wurde er von den Eltern in der Garderobe an das Kind gestellt, während es sich gerade anzieht.
Natürlich habe ich diese Frage als Mutter auch selbst schon des Öfteren von mir gegeben.
Die Antwort der Kinder, egal ob es die Kinder im Kindergarten oder meine eigenen waren, war zu 99% die gleiche: „gespielt“. Damit war die Antwort des Kindes meist beendet denn es hat ja alles was es gemacht hat, präzise auf den Punkt gebracht.
Manche Eltern reagierten nicht sehr erfreulich darauf, war es ihnen doch so wichtig, dass es im Kindergarten etwas lernt. 
Was diesen Eltern oft einfach nicht bewusst war, Kinder lernen nirgends besser als im Spiel.
Denn beim Spielen entwickeln Kinder ihre geistigen Fähigkeiten. Kinder lernen im Spiel.
Zu spielen ist so etwas wie der Beruf des Kindes. Beim Spielen lernt es, wie die Welt funktioniert und wie man sich in ihr zurechtfindet. Kinder lernen besonders intensiv, wenn sie sich aus ihrem eigenen Interesse heraus beschäftigen können.

Spielen ist die ureigenste Tätigkeit des Menschen

Bereits Babys spielen, während sie scheinbar ruhig in ihrer Wiege liegen. Das erste Spielmaterial ist ihr eigener Körper. Hände und Füße werden entdeckt und genaustens erkundet.
Was einfach nur nach viel Spaß aussieht, hat tatsächlich eine ganze Menge Sinn.
Im Spiel eignet sich das Kind nicht nur wichtiges Wissen darüber an, wie die Welt um es herum funktioniert, sondern es lernt seine eigenen Stärken kennen und ganz nebenbei werden im Spiel, mit anderen, auch soziale Fähigkeiten erworben.

„Spiel ist die höchste Form der Kindesentwicklung“ -Friedrich Fröbel

Besonders in den ersten Lebensjahren verändert sich das spielerische Verhalten der Kleinen. Sie durchlaufen verschiedene Formen des Spiels, die mit dem Alter immer komplexer und anspruchsvoller werden und unterschiedliche geistige Fähigkeiten voraussetzen. Auch wenn die Kinder noch so unterschiedlich sind, lassen sich Gemeinsamkeiten in ihrem Spielverhalten erkennen die alle Kinder durchleben.

Im Folgenden findest du die verschiedenen Spielformen kurz zusammengefasst.

Die verschiedene Spielformen

  1. Das Funktionsspiel

Das Funktionsspiel bzw. sensomotorische Spiel ist die früheste Form des Spiels und die Basis für alle darauffolgenden Spielformen. Es dient dem Verstehen der grundlegenden Funktionen der Welt.  Im Mittelpunkt steht dabei als erstes die Bewegung und das Erkunden des eigenen Körpers. Zunächst bewegt der Säugling Arme, Beine, Kopf und Finger noch recht unkoordiniert, lernt aber schon nach wenigen Monaten, die Kontrolle über seine Bewegungen zu übernehmen, nach Gegenständen zu greifen und diese mit Hilfe der Finger, der Zehen und des Mundes zu untersuchen. So lernt es die Beschaffenheit von verschiedenen Gegenständen kennen. Außerdem erfährt das Kind, dass es durch sein Verhalten (greifen, strampeln, Kopf drehen usw.) eine bestimmte Wirkung erzielen und damit seine Umwelt beeinflussen kann. Diese Erfahrungen stärken sein Selbstvertrauen, aber auch seine taktile, visuelle, fein- und grobmotorische sowie auditive Wahrnehmung.

  1. Das Konstruktionsspiel

Das Bau- und Konstruktionsspiel ist die zweite Spielform, die ein Kind erlernt. Sie baut auf das Funktionsspiel auf, denn hat das Kind sich bereits mit einem Spielmaterial auseinandergesetzt und seine Funktion erkannt, ist es in der Lage gezielt gegenständlich damit zu arbeiten und etwas zu konstruieren. Beim Konstruktionsspiel werden kognitive Fähigkeiten geschult (entwerfen einer Bauidee, statische Überlegungen usw.) aber auch Kreativität und Fantasie kommen zum Einsatz. Nicht zuletzt muss das Kind über die motorischen Fähigkeiten verfügen, um seine Konstruktionsidee umsetzen zu können.

  1. Das Rollenspiel

Erste Rollenspiele kann man bereits bei Kleinkindern beobachten. Sie ahmen ein Verhalten nach, welches sie sich bei den Eltern abgeschaut haben und begleiten ihr Tun möglicherweise mit passenden Geräuschen (Beispiel: Ein Kind zieht einen Stock hinter sich her und brummt dazu laut, als würde es Staub saugen).

Bei diesem „So-tun-als-ob-Spiel“ nutzen Kleinkinder also bereits Gegenstände und verleihen ihnen temporär eine andere Funktion. Dadurch setzen sie sich mit alltäglichen Beobachtungen und Rollen auseinander, die sie sich bei ihren Bezugspersonen abgeschaut haben. Im Spiel erprobt das Kind Handlungen, die es später braucht, um seinen Alltag zu meistern, kann aber auch negative Gefühle wie Ängste verarbeiten.

Kleinkinder spielen zunächst noch allein oder nebeneinander, manchmal beziehen sie andere Personen mit ein, indem sie ihnen zum Beispiel einen „Sandkuchen“ backen und anbieten. Je besser sich ein Kind verbal äußern kann, desto größer wird die soziale Bedeutung des Rollenspiels. Es ist dann geprägt von Kommunikation und Interaktion. Dadurch stärkt das Kind seine sozialen und sprachlichen Fähigkeiten, denn gerade komplexe Rollenspiele mit mehreren Personen sind selten frei von Konfliktpotenzial. An dieser Stelle geht es darum Problemlösungen zu finden und Kompromisse einzugehen, damit das gemeinsame Spiel fortgesetzt werden kann.

Rollenspiel Kinder Ärztin

  1. Das Regelspiel

Regelspiele erfordern ein gewisses Verständnis für Regeln und die Bereitschaft, diese auch einzuhalten.
Erste, ganz einfache Regelspiele, häufig auch Tischspiele, können Kinder ab etwa
2 Jahren spielen. (z.B. „Tempo, kleine Schnecke u.ä.).

Mit dem Gefühl umgehen zu können, zu verlieren, müssen Kinder in der Regel erst lernen. Zum Einstieg eignen sich Regelspiele, bei denen es kein Gewinner gibt, sondern man gemeinsam z.B. gegen das Spiel spielt.

Unsere Jungs haben das Spiel Mein erster Obstgarten in diesem Alter sehr geliebt.

Voraussetzung sind je nach Spiel zudem bestimmte kognitive, sprachliche, soziale, feinmotorische und/oder emotionale Kompetenzen.

Merkmale des Regelspiels:
  • Die Regeln und der Ablauf des Spiels sind vorgegeben und gelten für alle Mitspieler gleichermaßen, es sei denn, sie werden einvernehmlich geändert
  • Regelspiele verfolgen ein fest definiertes Ziel
  • Es gibt Gewinner und Verlierer

Fähigkeiten und Kompetenzen spielerisch erlernen

Im Spiel erwerben Kinder eine hohe Anzahl an Fähigkeiten, die sie für die Schule und auch darüber hinaus brauchen.
Beim Spielen von Regelspielen, wird die Frustrations­toleranz und das Einhalten von Regeln spielerisch gefördert. Beim Bauen und Erstellen der höchsten Bauwerke das logische Denken abverlangt.
Bei einem der bekanntesten Rollenspiele- dem Kaufladenspiel werden die mathematischen Fähigkeiten geübt.
Kreativität, Selbständigkeit und strategisches Denken, sind nur ein paar der unzähligen Fähigkeiten, die im Spiel mit Spass und Freude ganz ohne Zwang und druck erworben werden.

Das Erleben des „Flow“ im Spiel

Wer Kinder hat, konnte den Flow schon sehr oft beobachten, ohne vielleicht genau zu wissen, was da gerade in dem spielenden Kind, das sich durchs nichts ablenken lässt und scheinbar nichts um sich herum wahrnimmt, geschieht.
Vielleicht geht es dir so wie mir, und du kommst beim Lesen eines spannenden Buches in den Flow.
Mein Mann beschwert sich dann immer, dass ich nichts mehr um mich herum mitbekomme.
Auch nicht, wenn er mich anspricht 😊
Ich kann mich noch heute an ein paar intensive Spielerlebnisse erinnern, bei denen ich im Flow war. Wenn ich mich daran zurückerinnere, fühle ich noch immer dieses intensive Gefühl, ich kann die Gerüche und Geräusche sogar noch wahrnehmen.

Der amerikanisch-ungarische Psychologe und Philosoph Mihály Csíkszentmihályi prägte den Begriff des „Flow“.

Der Flow =Zustand höchster Konzentration und völliger Versunkenheit in eine Tätigkeit

Kinder erleben den Flow im Spiel.
Wenn Kinder ungestört in ihrem Spiel nachgehen können dann versinken sie in ihrem Spiel oder in der Tätigkeit und vergessen das Drumherum.
Im Flow Spüren, begreifen, erleben und lernen die Kleinkinder ganz intensiv. Sie entwickeln neue Ideen, forschen und experimentieren. Sie sind in diesem Moment ganz bei sich und sie können einfach nur tun. Wir können sie beobachten und sie zu unserem Vorbild machen. Bereits Babys haben die Eigenschaft, alles um sich herum zu vergessen und sich intensiv dem zu widmen, was ihre Aufmerksamkeit gerade anzieht.

Oft reißen wir die Kinder gerade aus diesem Zustand raus, obwohl gerade dieser Zustand so elementar wichtig für das ganze Leben ist, um mit viel Freude, Konzentration und Begeisterung Aufgaben zu meistern.

Durch das häufige raus reißen verlernen die Kleinen mit der Zeit in völliger Versunkenheit in einer Tätigkeit zu sein meist wieder und wir beschweren uns darüber, dass sie sich nicht lange auf etwas konzentrieren können. Erwachsene haben die Fähigkeit in einen Flow zu kommen meist leider komplett verlernt.

Wäre das Leben nicht so viel einfacher, wenn wir es so oft wie möglich im Flow erleben könnten?

Sollten wir nicht viel sensibler darauf achten, wann unsere Kinder gerade einen Flow erleben, um ihnen diese Fähigkeit zu erhalten, damit sie auch als Erwachsene davon profitieren können? 

Baby beim spielen

Wie kann man sein Kind beim Spielen und somit Lernen begleiten und unterstützen?

  • Eine Umgebung schaffen, die zum Experimentieren anregt.
  • Spielmaterial nach Alter und Interesse anregend vorbereiten und austauschen.
  • Aktiv im Alltag „Spielzeit“ einbauen in dem das Kind ungestört selbst aktiv werden kann.
  • Durch Impulse das Kind in das Spiel begleiten aber dann auch wieder zurückziehen, wenn es ins Spiel gefunden hat.
  • Gegenstände zu Verfügung stellen, die das Kind auch bei uns Erwachsen beobachtet, denn das weckt besonders den Forscher Geist der Kleinen.
  • Das Kind immer mal wieder aktiv beim Spielen beobachten (ohne Handy oder sonstigen Ablenkungen) -Kinder lieben es selbst aktiv zu werden aber gleichzeitig zu spüren, meine Mama/mein Papa ist da.
  • Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes haben und ihm auch etwas zutrauen. Nur dann entwickeln die Kinder einen Glauben an sich selbst und trauen sich etwas zu.
  • Geduldig sein und Kinder auch mal „Fehler“ machen lassen. Ganz nach dem Sprichwort „durch Fehler lernt man“.

Wie kann das Wissen über die Wichtigkeit des kindlichen Spiels den Alltag erleichtern?

Wenn du dir als Mama darüber bewusst bist, wie wichtig das Spielen für dein Kind ist und das Spielen Lernen bedeutet, dann kannst du euren Alltag entschleunigen.
Was meine ich damit? Ich meine damit, dass dein Kind kein von dir angepasstes Lernprogramm braucht, auch kein pädagogisch wertvolles Lernspielzeug. Kein „7 to 7“ Spaß Programm in der eine Aktivität die nächste Jagt. In der du dich ständig wie ein Animateur im Kidsclub im Home- Hotel fühlst.
Auch kannst du den Druck rausnehmen, dass du deinem Kind diese und jene Aktivität bieten musst, damit es was lernt und sich bestmöglich entwickelt, sondern so viel Zeit wie möglich zum Spielen.
Du kannst dich entspannen und es genießen, wenn dein Kind mal wieder den ganzen Tag „nur spielt“.

Kennst du vielleicht so eine ähnliche wie die folgende Situation?

Ihr wart einen ganzen Samstag zuhause und habt nichts gemacht? Außer 2 Stunden in den Garten war nichts drin, da du so viel mit Haushalt usw. zu tun hattest.
Am Abend kommt das schlechte Gewissen. Jetzt waren wir gar nicht Hier oder Dort haben nicht dies oder das gemacht. Du fühlst dich schlecht, planst für morgen den größten Ausflug. Gleich morgens soll es los gehen. Und was ist mit deinem Kind? Wie fühlt es sich? Glücklich und zufrieden liegt es im Bett. Es erfreut sich gedanklich nochmal daran, wie es mit den tollen Bauklötzen den höchsten Turm gebaut hat, ohne dabei gestört zu werden. Es fühlt noch immer das Gefühl von Stolz beim Gedanken an den hohen Turm, der sonst immer umgefallen ist. Es erinnert sich wie es im Sandkasten die tolle Matschsuppe gekocht hat und jetzt zum Schluss noch begonnen hat mit seinen Tieren einen Bauernhof aufzubauen. Es freut sich schon jetzt darauf nach dem Aufstehen wieder so einen tollen Tag zu erleben und das Abenteuer mit dem Bauernhof weiter zu erleben.
Es hatte also einen wunderschönen Tag bei dem es spielerisch viele tolle Dinge gelernt hat. In dem es vertieft ins Spiel eintauchen konnte, ohne gestört zu werden.
Das Letzte, dass du also haben solltest ist ein schlechtes Gewissen.
Ich wiederhole es nochmal. Je mehr du dir darüber bewusst wirst, wie wichtig das kindliche Spiel ist, umso mehr kannst du den Druck raus nehmen und deinem Kind Zeit und Raum zum spielen einräumen. Und jedes Mal, wenn du dein Kind fragst:“ Na was hast du heute gemacht? Und es Antwortet: „ich habe gespielt“ kannst du einen Luftsprung vor Freude mit ihm machen 😊

Kinder beim Tiere spielen
Zum Abschluss noch ein Buchtipp in dem das Thema Spiel und dessen Wichtigkeit sehr klar auf den Punkt gebracht wird:  Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als Funktionieren ist

Das Spielzeug an sich ist Nebensache, die fantasievolle Beschäftigung damit ist alles.“ Peter Rosegger (1843-1918), Österreichischer Schriftsteller

Ich wünsche euch viel Spaß beim Spielen 😊 Nadja

6 Wege, wie du mit Leichtigkeit mehr Selbstwirksamkeit leben kannst und deine Kinder sich das automatisch bei dir abschauen werden

Selbstwirksamkeit fördern, doch dir fehlt eine wirkungsvolle Anleitung dafür? 6 Wege, wie du mit Leichtigkeit mehr Selbstwirksamkeit leben kannst und deine Kinder sich das automatisch bei dir abschauen werden

Du stehst vor einer Entscheidung und du traust dich nicht, diese auch zu treffen? Plötzlich überkommt dich ein Angstgefühl und du schiebst die Entscheidung auf? Und dann kommt irgendwann die Situation, bei der du dann keine Wahl mehr hast eigenständig zu entscheiden, weil die Situation es für dich entscheidet?

 

Das klingt nicht selbstwirksam oder? Nun, auch mich überkommen solche Gefühle immer wieder einmal.

Hier 6 Wege, wie man dennoch zu mehr Selbstwirksamkeit gelangen kann. Denn du weißt ja: Im Internet findet sich für (fast) jedes Problem eine Lösung!

 

1. Übe Selbstwirksamkeit täglich

Wenn du selbstwirksamer werden willst und Angst davor hast, es nicht mehr lernen zu können, dann kann ich dich beruhigen – mit täglichem Üben schaffst auch du das. Überlege dir, was du schon gut kannst. Zum Beispiel die Kinder morgens richten, den Haushalt meistern, Arbeiten gehen und dann auch noch gute Freundschaften und Beziehungen pflegen? Wie gehst du dabei vor und warum klappt das so gut und oft auch ganz unbewusst? Schreibe dir das auf und du erkennst Vorgehensweisen, die dir in dem Maße nicht bewusst waren. Danach betrachtest du die Dinge, die du noch nicht gut kannst und dich nicht traust, diese Sache zu ändern. Vielleicht möchtest du gesünder leben, sportlich aktiver sein oder mehr Ordnung in dein Zuhause bringen? Dann mache dir einen Plan und nimm dir täglich eine Sache vor, die du ändern kannst.

2. Setze dir kleinere Etappenziele

Bei dem Versuch, etwas ändern zu wollen, neigen wir oft dazu, alles sofort perfekt umsetzen zu wollen. Doch das kann negative Auswirkungen auf unser Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten haben. Denn alles auf einmal zu ändern ist schwierig und wir müssen die neuen Gewohnheiten schrittweise ändern. Wenn wir also scheitern, geben wir schneller auf, da wir keine Erfolgsgefühle haben. Kleinere Etappenziele stecken hilft dabei, jeden Tag oder jede Woche dieses Ziel zu erreichen und dann von Erfolgsgefühlen durchflutet, gestärkt und motiviert weiterzumachen. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst dabei stetig.

 

3. Suche dir einen Mentor

Gibt es jemanden, der das schon gut kann, was du gerne bei dir ändern möchtest? Frage diese Person, ob sie dir mit Tipps und Strategien helfen will, deine Ziele zu erreichen. Du musst nicht alleine dein Problem lösen und andere Menschen sind oft sehr froh, wenn sie dir helfen können. Das Leben besteht aus Geben und Nehmen und deshalb darf man sich auch gerne Hilfe holen, um seine Ziele zu erreichen. Denke immer daran, auch erfolgreiche Menschen suchen sich einen Mentor, um erfolgreich zu sein. Seien es Sportler, große Talkmaster oder Schauspieler und Politiker. Diese können auch nicht alles, doch sie üben täglich mithilfe ihres Mentors. 

4. Ändere deine Sichtweise

Wenn du dir also Hilfe geholt hast und dadurch vielleicht einen Perspektivenwechsel auf deine Situation gewonnen hast, kannst du mithilfe deiner neuen Strategien einen Plan erstellen, wie du deine kleineren Ziele erreichst und dadurch am Ende dein großes Ziel. Das klingt jetzt viel selbstwirksamer, findest du nicht auch?

5. Lebe die Herausforderungen

Eine der großen Herausforderungen im Leben ist es, unangenehme Dinge zu erledigen. Wie oft schiebst du deshalb etwas auf? Versuche diese Herausforderungen anzunehmen und dabei zu wachsen. Irgendwann ist dieser erste Schritt keine Herausforderung mehr und du steuerst automatisch auf das nächste Level zu. Wenn du eher introvertiert bist und Angst hast zu telefonieren, dann fange damit an, dass du täglich einen Anruf machst, der dir dabei hilft, mit anderen (fremden) Menschen zu reden. Irgendwann wirst du merken, wie es dir immer leichter fällt, fremde Menschen anzurufen und Dinge zu besprechen. Auch wenn es „nur“ beim Arzt, der Autowerkstatt, einer Behörde oder einem Amt ist – du bekommst Erfahrung darin und dadurch ein Erfolgsgefühl.

6. Schreibe deine Erfolge auf

Egal was du dir vorgenommen hast – schreibe deine Erfolge auf. Führe dieses Erfolgstagebuch am besten täglich, damit du dir dadurch sichtbar machst, was du an diesem Tag alles erreicht hast. Somit erlangen die kleinen Etappenziele an Wichtigkeit und führen zum großen Ziel. Durch dieses Sichtbar machen, wirst du motivierter weiter auf dein großes Ziel zuschreiten können.

Wenn dich also wieder einmal das Gefühl der Hilflosigkeit überkommt:

Schließe nicht die Augen und erstarre vor Angst. Fange ganz langsam damit an, dir einen Plan zu machen. Warum traue ich mich das nicht? Was wird passieren, wenn ich mich das nicht traue oder was passiert, wenn ich diese Herausforderung tatsächlich Schritt für Schritt angehe?

Du wirst schnell merken

wie das Leben auf alle Entscheidungen reagiert. Egal, ob du dich deinen Aufgaben stellst und selbstwirksam etwas bewirkst oder ob du dich entscheidest, etwas nicht zu tun – Es wird immer eine Konsequenz daraus folgen und du musst dann mit diesen leben. Von daher ist es doch schöner, wenn du die Richtung selbst vorgibst oder nicht?

Deine Kinder lernen von dir

Wenn du immer alles perfekt kannst und das deinen Kindern genauso vorleben kannst – Herzlichen Glückwunsch! Dann musst du nichts mehr ändern und deine Kinder lernen von den Besten.

Aber auch wenn du nicht alles beherrschst, wie du es gerne hättest, schauen sich deine Kinder täglich etwas bei dir ab. Wie du mit Herausforderungen umgehst und wie du dir Hilfe holst. Das ist sehr wertvoll für deine Kinder. Sie sehen dadurch, wie man das Leben selbstwirksam und selbständig gestalten kann. Sie sehen bei dir, wie man Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten bekommen kann. Sie schrecken dann auch nicht davor zurück, sich selbst Hilfe zu suchen, denn du hast es ihnen vorgemacht!

 

 

Selbstwirksam Probleme lösen

Deine Kinder bekommen ein Gefühl dafür: wenn ich etwas nicht kann, dann hole ich mir Hilfe und übe. Alleine diese Handlung gibt ihnen das Gefühl, stolz auf sich zu sein, ihr Problem alleine lösen zu können und das ist auch ein Erfolg auf dem Weg zum selbstwirksamen Handeln. Deine Kinder haben es an dir gesehen, dass du nicht aufgibst und auch Fehler machst. Doch das gezielte Üben und Lernen, wie du mit deinen Herausforderungen umgehst, zeigt deinen Kindern, dass es sich lohnt, weiterzumachen und nicht sofort den Kopf in den Sand zu stecken. Sie lernen den Umgang mit Problemen und Frustrationen von dir.

Mittel- und langfristig zahlt sich deine Mühe für dich und das Verhalten deiner Kinder zigfach aus

  • durch dein selbstwirksameres Handeln, gewinnst du mehr Zutrauen in deine Fähigkeiten und verlierst somit die Angst davor, neue Herausforderungen anzunehmen. Denn du hast jetzt eine neue Vorgehensweise gelernt, Probleme zu analysieren und deine großen Ziele in kleine Etappenziele zu unterteilen. Die Erreichung der kleinen Ziele gibt dir mehr Vertrauen in deine Versprechen und deine Fähigkeiten und du kommst seltener von deinem Pfad ab, deine großen Ziele zu erreichen.
  • deine Kinder lernen von dir, etwas zu bewirken und etwas beeinflussen zu können. Dies ist ein menschliches Grundbedürfnis
  • Sie lernen ebenfalls von dir sich selbstwirksam zu fühlen: sie bekommen eigene Erfolgserlebnisse, du bist ein passendes Vorbild und lebst es ihnen vor, du ermutigst sie und sie bekommen das Bewusstsein für ihre eigenen emotionalen und körperlichen Signale
  • Eure Muskeln der Selbstwirksamkeit wachsen: Je mehr Herausforderungen ihr angeht und dadurch Selbstwirksamkeits-Erfahrungen macht, desto stärker werden die entsprechenden Verschaltungen im Gehirn

 

Freut euch auf eure Herausforderungen und das konkrete Vorgehen, diese zu meistern.

 

Die beste Schule im Leben deines Kindes bist du und dazu musst du nicht perfekt sein, sondern ihm nur deine Strategien und deine Bereitschaft, Probleme selbstwirksam zu lösen, vorleben 😊

 

Lade dir die Selbstwirksamkeits-Checkliste herunter und dann darfst du gerne täglich damit üben.

 

Willst du mit deinem Kind gemeinsam selbstwirksame Stunden erleben? Wie wäre es mit einem CaPiMo-Kurs ganz in deiner Nähe? Schau gerne vorbei und buche einen passenden Kurs für euch: https://capimo.eu/kurse/

Freies Laufen lernen

Hurra ich kann laufen „Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes“ Teil 2

Zur selbständigen Bewegungsentwicklung gehört auch das selbständige Laufen lernen. Aber wenn ich mich so umschaue ist dies genau der Entwicklungsschritt, in den am häufigsten eingegriffen wird. Sehr oft sehe ich Kleinkinder, die an den Händen durch den Raum geführt werden. Warum wird das eigentlich so oft gemacht? Es ist doch total unbequem und anstrengend meiner Meinung nach. Außerdem hat es mit einer selbständigen Bewegungsentwicklung nichts mehr zu tun. Das Aufstehen und die ersten Schritte sind ein riesiger Meilenstein in der Entwicklung eines Kindes. Ein riesiger Schritt in Richtung Selbständigkeit. Außerdem steht dieser Entwicklungsschritt ganz oben auf der „Ich bin stolz auf mich, weil ich das allein geschafft habe“ Liste. Wenn ein Kind diesen beeindruckenden Entwicklungsschritt allein meistert, dann steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten unbeschreiblich an und das Kind erfährt sich mit jeder Faser seines Körpers als selbstwirksam. Lernt ein Kind laufen, erfährt es plötzlich das aus dieser Position alles ganz anders aussieht. Gleichzeitig lernt es, dass es jetzt auch sehr gut Dinge von A nach B transportieren kann. Was für ein wahnsinniges Gefühl muss es für ein Kind sein, das Aufrichten und danach das Laufen gelernt zu haben.

Wann lernt ein Kind laufen?

Kind in Bewegung

Ein Kind lernt Laufen, wenn es so weit ist und sich körperlich, sowie geistig dazu in der Lage fühlt. Es braucht dafür eine große Portion Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz. Denn bis das Laufen zu einem flüssigen Bewegungsablauf wird und ohne groß nachzudenken funktioniert, ist einiges an Übung nötig. Dabei passieren natürlich auch einige Fehlversuche mit so mancher Landung auf dem Po. Je mehr das Kind übt, desto weniger Bruchlandungen passieren und desto schneller klappt das Laufen lernen. Wie in Teil 1 dieses Blogartikels bereits erwähnt, haben sich in den Köpfen der meisten Erwachsenen feste Altersangaben darüber verankert, wann ein Kind was können muss. Beim Laufen ist das ein ganz fixes Datum an dem von vielen Eltern erwartet wird, jetzt muss mein Kind laufen können, nämlich der erste Geburtstag. Aber auch hier gilt, das Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Der Durchschnitt besagt, dass Kinder um den 13. Monat herum mit dem selbständigen freien Gehen beginnen. Manche laufen aber auch schon mit 9 Monaten oder auch erst mit 16 Monaten.  Das ist aber alles ein normales Tempo und keins worüber man sich Sorgen machen muss und deswegen Hilfestellungen gibt. Jedes gesunde Kind lernt früher oder später laufen. Auch oder vor allem dann, wenn ihm keiner seine „helfenden“ Hände reicht.

Vom Aufstehen bis zum selbständigen Laufen

 

Laufen lernen ist eigentlich in mehrere Teilschritte eingeteilt. Wenn das Kind bereit dazu ist und genügend Körpererfahrungen gesammelt, sowie die nötige Muskulatur aufgebaut hat, beginnt es damit, sich an Gegenständen oder an unseren Beinen hoch zu ziehen. Gelingt dies dem Kind, wird es dieses motorische Meisterwerk, nämlich seinen eigenen Körper aufzurichten, immer und immer wieder wiederholen bis es „perfekt“ funktioniert. Danach beginnen die ersten Schritte an Gegenständen entlang. Oft zeitgleich, auch wenn am Anfang meist eher zufällig, steht das Kind frei. Ich konnte bei meinen Kindern beobachten, dass sie oft abgelenkt waren mit Gegenständen in ihren Händen und sie deswegen gar nicht so richtig bemerkt haben das sie frei stehen 😊 Es übt und wiederholt alle Teilschritte so lange, bis diese richtig „sitzen“ und es sich selbst zutraut, im wahrsten Sinne des Wortes die nächsten Schritte zu gehen. Ins Detail und hochkonzentriert wird das Aufstehen und wieder hinsetzten, das entlang Gehen an Gegenständen, das freie Stehen geübt und trainiert mit viel Durchhaltevermögen und sehr ausdauernd. Dann plötzlich passiert es: das Kind überwindet den Abstand von einem Gegenstand zum nächsten, und macht seine ersten Schritte, anfangs nur ganz wenige. Es schaut sich genau an wie weit ist es bis zum nächsten „sicheren Anker“ ist, und kann sich und seine Fähigkeiten sehr gut selbst einschätzen. Klappen die ersten Versuche, werden es nach und nach mehr Schritte von einem Gegenstand zum nächsten, bis es völlig selbständig läuft. Dieser Ablauf passiert, wie beschrieben, völlig alleine aus dem Kind heraus, ohne das es dazu Eingriffe von außen benötigt – auch helfende „Hände“ braucht ein Kind, das gerade dabei ist einen Meilenstein in seiner motorischen Entwicklung zu erbringen, nicht. Trotzdem kann man als Eltern sein Kind beim selbständigen Laufen lernen unterstützen, indem man ein paar Sachen beachtet. Wie das aussehen kann, habe ich im Folgenden kurz zusammengefasst. Aufstehen und selbständig Laufen

Worauf ist beim selbständigen Laufen lernen zu Achten:

  • Nicht in das selbständige Laufen lernen eingreifen

natürlich lautet auch beim Laufen lernen das Motto der selbständigen Bewegungsentwicklung: Das Kind nicht in Positionen bringen, die es nicht von sich aus einnimmt. Darunter fällt auch, das Kind an den Händen zu führen, obwohl es nicht von sich aus frei läuft. Wenn man ein Kind an den Händen führt macht es das in der Regel zwar gerne mit, da es sich freut plötzlich auch aufrecht und gemeinsam mit einem Erwachsenen vorwärts kommen zu können, denn es macht Spaß und es kommt so schnell von A nach B. Das ist auch der Grund dafür, dass wenn man dies einmal angefangen hat, das Kind das auch immer wieder einfordert. Aus meiner Erfahrung weiß ich, das Kinder die es nicht kennengelernt haben, an den Händen durch die Gegend geführt zu werden, dies nicht von sich aus einfordern. Aber hat das Kind erstmal erfahren, dass man sich ja an den Händen der Erwachsenen sehr gut vorwärts bewegen kann, findet es sehr schnell Gefallen daran und möchte dies dann natürlich immer wieder machen. Das ist dann der Punkt wo man als Erwachsener relativ schnell denkt, das Kind wollte es von sich aus. Wichtig ist zu sagen, dass man durch das Führen an den Händen, in den natürlichen Vorgang des Laufen lernens eingreift und das Kind dadurch wichtige Erfahrungen überspringt. Es ist motorisch noch nicht so weit und auch seine Muskulatur ist häufig noch nicht so aufgebaut, dass es den Rücken stabil aufrecht halten kann. Neben dem körperlichen Aspekt, ist auch die „Message“ die das Kind dadurch für sich abspeichert, eine völlig andere als wenn es sich selbständig das Laufen beibringen kann. Wird das Kind an den Händen geführt, lernt es, mit der Hilfe von z.B. Mama und Papa kann ich durch den Raum laufen. Es verlässt sich auf die Unterstützung und ist deswegen, während es die Schritte geht, nicht aktiv sondern passiv am Laufen beteiligt. Lernt es komplett selbständig zu Laufen ohne die Hilfe der starken Arme die von oben kommen, erfährt es was alles in ihm steckt, zu welchen großen „Schritten“ es in der Lage ist. Es erfährt sich als aktiver Akteur seiner Entwicklung und erfährt sich in hohem Maße als selbstwirksam. Das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten wächst und es ist gestärkt, immer weitere „Herausforderungen“ anzugehen.

  • Gegenstände sichern und bereit „Stellen“

Wie schon erwähnt, nimmt ein Kind alle Gegenstände, die es findet, um sich daran hoch zu ziehen und um daran entlang zu gehen. Deswegen ist es wichtig, Kommoden usw. zu sichern, damit sie nicht umfallen können. Am besten ist es, sie an der Wand zu befestigen. Ich habe auch meinen Kindern, sobald ich beobachtet habe, dass sie gerade sehr daran interessiert sind, sich an Dingen hoch zu ziehen und daran entlang zu gehen, bewusst einen sicheren Hocker usw. im Raum verteilt, bereitgestellt.

  • Frustration des Kindes aushalten

Als Eltern ist es oft schwierig seinem Kind dabei zuzuschauen wie es sich „abmüht“ und deswegen hat man das Gefühl eingreifen und ihm helfen zu müssen in dem man z.B. seine Hände nimmt und es hochzieht. Da ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass es nichts Schlimmes ist, wenn das Kind mal kurzeitig frustriert ist. Wie heißt es so schön, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es ist Hochleistung für ein Kind das Laufen zu erlernen. Natürlich kann es da hin und wieder zu Frustration kommen. Das ist völlig normal und sorgt auf keinen Fall dafür, dass das Kind denkt „ach habs versucht, klappt nicht, bleib ich mal bis ich in die Schule kommen beim Krabbeln“. Im Gegenteil – nach jeder Frustration wird es von vorne beginnen und am Ende dann um so mehr damit belohnt, das es trotz aller Schwierigkeiten das Laufen gelernt hat.

  • Durch Ermunterungen und Aufforderungen  nicht überfordern

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber denke es geht vielen Eltern so wie mir, wenn ich sage, dass dieser Punkt leichter gesagt als getan ist. Es ist wirklich verlockend, sein Kind das gerade seine ersten Gehversuche wagt, regelrecht anzufeuern 😉. Auch ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich die Arme in Richtung meines Sohnes ausgestreckt habe und mir ein… ja komm…Lauf zur Mama über meine Lippen gehuscht ist. Wichtig zu verstehen an diesem Punkt ist, wir bringen das Kind in eine ungute Situation denn Kinder wollen der Mama „gefallen“ und sind dann hin und her gerissen zwischen eigentlich traue ich mich noch nicht und meine Mama hätte es so gerne. Dadurch kommt es schnell zu einer Überforderung. Sie missachten dann ihr eignes Bedürfnisse nach innerer Sicherheit, laufen dann plötzlich los und fallen dann meist natürlich hin, da sie motorisch noch nicht so weit sind. Es ist für mich immer hilfreich, wenn ich wieder kurz davor stehe, das mir etwas über meine Lippen huscht mir vor Augen zu führen, dass Kinder um laufen zu lernen keine Ermunterung brauchen. Da sie von sich aus hoch motiviert sind ihre motorische Entwicklung voran zu bringen und sich in ihrem Tempo eigenständig „Schritt für Schritt“ neue motorische Fertigkeiten anzueignen.

  • Barfuß ist der schönste Schuh

Barfuß zu sein ist eines der tollsten Sachen für ein Kind das gerade dabei ist laufen zu lernen. Es nimmt den Untergrund besser wahr und hat natürlich auch einen sicheren und festen Stand. Barfuß gehen kräftigt die Fuß- und Wadenmuskulatur und fördert den Gleichgewichtssinn. Oft hat man die Sorge, dass sein Kind sich durch das Barfußlaufen unterkühlt und sich dadurch eine Erkältung einfängt. Aber es ist erwiesen, dass sich das Barfußlaufen sogar positiv auf das Immunsystem des Kindes auswirkt. Barfuß laufen Kinder besser Wenn die Füße des Kindes sich kalt anfühlen, heißt es nicht automatisch, dass deinem Kind kalt sein muss. Das kennt man auch von den Händen so. Am besten ist es im Nacken oder zwischen den Schulterblättern zu fühlen, ob deinem Kind zu kalt ist. Sollte dies der Falls sein, eignen sich hervorragend Anti Rutsch Socken. Wenn dein Kind laufen gelernt hat kommt man zum Schutz und vor allem je nach Jahreszeit natürlich nicht um Schuhe herum. Beim Kauf vom Kinderschuh lohnt es sich sehr darauf zu achten, dass die Sohle weich, dünn und sehr flexibel ist. Nur so ist gewährleistet, die Haltung nicht negativ zu beeinflussen. Damit die Zehen genügend Bewegungsfreiheit haben, ist es sehr sinnvoll, dass der Kinderschuh vorne relativ breit geschnitten ist. Mir fällt es immer sehr schwer, zu beurteilen ob der Schuh meinen Kindern richtig passt oder nicht. Gerade ganz kleine Kinder können sich nicht wirklich dazu äußern. Da ist dieses Messgerät eine tolle Möglichkeit, die passende Größe zu bestimmen: Clevermess für Kids

  • Viel Bewegungserfahrungen ermöglichen

Ein Kind kann das Laufen nur dann üben, wenn es auch genügend Zeit dafür hat, seinem Bewegungsdrang nachzugehen. Das bedeutet, das auch immer genug Zeit eingeplant wird, in dem das Kind ganz in seinem Tempo neue Bewegungserfahrungen machen kann und das Kind nicht die meiste Zeit des Tages auf dem Arm oder im Kinderwagen usw. ist.

  • Von Lauflernhilfen absehen

Lauflernhilfen: Lauflernwagen, Gehfrei, Türhoppser und Co. Kind im Türhoppser Lauflernhilfen für Babys gibt es in verschiedenen Ausführungen. Eltern können verschiedenste Sachen kaufen, die ANGEBLICH die motorische Entwicklung der Kleinen unterstützen. Sicherlich eines der bekanntesten Lauflernhilfen ist das „Gehfrei“. Die Spielzeug Industrie will uns weiß machen, das Kinder solche Lernhilfen brauchen und durch die strahlenden Kinder auf der Verpackung, wird der Anschein erweckt, man mache ihnen eine große Freude wenn man ihnen so ein „Ding“ kauft.

Warum sind Lauflernhilfen schädlich für die Bewegungsentwicklung?

Wenn wir an die selbständige Bewegungsentwicklung und deren Vorteile für das Kind denken, ist es eigentlich selbsterklärend, das es einen Eingriff in die eigenständige, motorische Entwicklung darstellt, wenn man Kindern Lauflernhilfen anbietet. Aber es gibt noch weitere Gründe, die gegen einen Kauf solcher Gerätschaften spricht. Schon seit den 70er Jahren raten Kinderärzte und Orthopäden von der Verwendung solcher Lauflernhilfen, insbesondere dem Gehfrei, ab. Auch Stiftung Warentest äußert ihr Bedenken bezüglich der Verwendung von solchen Helferlein. Sie seien völlig überflüssig und gefährlich.“ Nicht selten kommt es durch die Lauflernhilfen zu Unfällen, da Kinder z.B. in einem Gehfrei eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen und so gegen Gegenstände oder von Stufen stürzen. Auf Grund der hohen Zahl der Unfälle, die auf Lauflernhilfen zurück zu führen sind, sind Gehfrei-Produkte in Kanada seit 2004 verboten. In einem Gehfrei und auch in einem Türhopser kommt es nicht nur zu Unfällen, sondern durch ausdauernden Gebrauch und die Position, die die Kinder in diesen Lernhilfen einnehmen, zu Haltungsschäden wie z.B. der Spitzfußstellung der Füße, zu der es bei meinem Neffen aufgrund der ausgiebigen Nutzung des Türhopsers gekommen ist. Das war vor 30 Jahren und alle wollten nur sein Bestes. Er hatte sehr viel Freude in dem Hopser und durfte deswegen viel Zeit darin verbringen. Zum Glück wissen heute sehr viele Eltern schon Bescheid über die Folgen der vermeintlichen Lauflernhilfen. Aber eben noch immer nicht alle und deswegen führe ich es in diesem Eintrag nochmal so ausführlich auf.

Wie sieht es denn mit einem Lauflernwagen aus?

Beim sogenannten Lauflernwagen handelt es sich um ein Gerät an denen sich Kinder festhalten und diese vor sich hinschieben können. Der Name ist total irreführend, denn zum Laufen lernen sollten diese Wagen dem Kind nicht angeboten werden. Denn Kinder, die noch nicht richtig laufen können eignen sich beim Benutzen eine völlig falsche Haltung an. Sie strecken ihre Hände nach vorne, sind oft sogar gebückt und müssen ihr Gleichgewicht ganz anders verlagern als beim selbständigen Laufen. Auch das kann zu Haltungsschäden führen. Kann das Kind sicher selbstständig laufen, kann so ein Wagen super für das kindliche Spiel genutzt werden. Kinder lieben es Gegenstände in dem Wagen hin und her zu transportieren.

Abschließend lässt sich sagen: Um dem Kind eine selbständige Bewegungsentwicklung und das selbständige Lernern des Laufens zu ermöglichen, sollte auf Eingriffe von außen verzichtet werden. Kinder müssen nicht an den Händen entlang geführt werden, um das Laufen zu lernen. Lässt man ihnen die Zeit und beachtet die Punkte, die oben aufgeführt sind, wird das Kind selbstwirksam, selbständig und in seinem Tempo das Laufen lernen. Um dann mit einem sicheren Bewegungsablauf mit großen Schritten die Welt zu erobern. Lauflernhilfen haben keinen positiven Effekt im Sinne von „mein Kind lernt damit schneller sich fortzubewegen.“ Jegliche Art von Lauflernhilfen können zu Unfällen oder Haltungsschäden führen, da macht aber die Dosis das Gift. Möchte man seinem Kind jedoch eine selbständige Bewegungsentwicklung ermöglichen, sollte das Kind wenn möglich nie mit solchen vermeintlichen Lernhilfen in Berührung kommen.   Laufen ohne Lauflernhilfe

freie Bewegungsentwicklung

Ich schaff das ganz alleine „Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes“ Teil 1

Na kann er denn schon sitzen? Der Wettbewerb auf dem Spielplatz 

Na kann er denn schon….

Diese Frage habe ich nach mittlerweile 3 Kindern schon so oft gehört, dass ich sie meistens einfach überhöre. Das ständige Vergleichen der Kleinkinder kann einem richtig Druck machen, den man im schlimmsten Fall auf seine Kinder überträgt.
Manchmal habe ich mich in einer Gruppe von Müttern wirklich wie bei einem Wettbewerb gefühlt. Früher schneller, besser… na wer holt den Pokal?  Bei Babys liegt der Fokus dieses Wettbewerbes, neben dem Durchschlafen, auf der Bewegungsentwicklung.
Denn das lässt sich ja super vergleichen. Es braucht schon wirklich innere Stärke, um in diesem Wettbewerb nicht mitzuspielen und zu erkennen, dass es in der Kindesentwicklung schlicht und ergreifend nicht um gegenseitige Vergleiche geht. Man muss sich immerzu sagen: Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem Tempo und nach seinen Fähigkeiten.  

Wie, er krabbelt noch nicht?

Wurde ich vor etwas weniger als 9 Jahren entsetzt von einer anderen Mutter gefragt. Das Gesicht von ihr wurde dabei sehr ernst. So ernst, dass ich wirklich Angst bekommen habe, es könnte etwas mit meinem Sohn nicht stimmen. Er war zu der Zeit 7 Monate alt und robbte auf dem Bauch durch die Bude, während sie mir stolz erzählte, dass ihr Weltmeister das Krabbeln schon als Königsdisziplin beherrsche, seit er 6 Monate alt ist.  Dann holte sie noch aus, wie wichtig das Krabbeln ist und gab mir Tipps, wie ich meinen Sohn beim Erlernen des Krabbelns bestmöglich fördern kann.
Auch wenn ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht viel von der freien Bewegungsentwicklung wusste, kam mir ihr Tipp, um seinen Bauch ein Tuch zu wickeln und ihn dann damit Hoch zu ziehen doch gleich sehr unnatürlich vor.
Bevor ich aber weiter darüber nachdenken konnte, hatte sie Fynn das Handtuch schon um den Bauch gewickelt und mir in die Hand gedrückt, mit der Anweisung, ich solle ihn jetzt in den Vierfüßlerstand hoch ziehen und dann mit ihm so durch den Raum gehen.
Abgesehen davon, dass es aussah als hätte ich einen Hund an der Leine und ich mich dabei sehr unwohl gefühlt habe, hat Fynn auch noch jämmerlich angefangen zu weinen und ich habe es sofort beendet. Das schafft er ganz allein, antwortetet ich ihr intuitiv und ignorierte ihren abfälligen Blick.
 Nur der Vollständigkeit halber, bis er selbständig zu krabbeln begonnen hat, hat es noch weitere zwei Monate gedauert. Aber er hat es ganz ohne meine Hilfe geschafft.

 Selbständige Bewegungsentwicklung, was bedeutet das denn überhaupt?

Der Name an sich bringt es schon eigentlich auf den Punkt: Das Kind entwickelt selbständig seine motorischen Fertigkeiten. Selbständig bedeutet, dass es nicht in Positionen gebracht wird, die es nicht von sich aus einnehmen und auch wieder verlassen kann.
Noch deutlicher formuliert, kein Erwachsener greift in die natürlichen Bewegungsentwicklung des Kindes ein.  
Ich wurde zum ersten Mal mit der selbständigen Bewegungsentwicklung konfrontiert, als ich meine Weiterbildung zur Fachkraft für Kinder unter 3 Jahren absolviert habe. Es war ein Tag, an dem ich plötzlich bemerkt habe, dass mein intuitives Gefühl doch richtig war.  Es kam eine Referentin, die uns in die Pikler-Pädagogik einführte. Ein großer Bestandteil der Pikler-Pädagogik, ist die selbständige Bewegungsentwicklung. 
Ich war sofort begeistert und gleichzeitig innerlich sehr schockiert, da Fynn gerade begonnen hatte zu sitzen. Naja und das nicht gerade selbständig. Ganz im Gegenteil, denn die stolze Oma hatte mir erst wenige Wochen vor dem Vortrag der Referentin stolz präsentiert, wie viel Freude Fynn am Sitzen hat wenn man ihn aufrichtet und ihn mit Kissen so polstert, so dass er nicht umfallen kann. Schon beim Anblick überkam mich so ein Gefühl, dass dies irgendwie nicht so gut sein kann. „Der will was sehen“, waren ihre Aussagen, gefolgt von: „dir hat das auch immer so gut gefallen.“ Da saß er also umrandet von Kissen eher schlecht als recht und strahlte mich über beide Ohren an.  Er kam weder selbständig in die sitzende Position, noch kam er wieder aus ihr heraus. Aber er fand schnell Gefallen daran und forderte es ab dem Zeitpunkt mit viel Nachdruck ein, von uns hingesetzt zu werden.
Nach dem Vortrag der Referentin, kam ich nach Hause und hab mir mein Kind nochmal genauer angeschaut wie er da so saß, wenn er hingesetzt wurde. Er hatte natürlich Gefallen daran, denn er hatte einen ganz anderen Blickwinkel aus dieser Position und er sah es ja auch an uns wie wir sitzen. Aber es sah einfach nur ungesund aus. Der Rücken zusammengesackt und eher gefangen in dieser Position aus der er ja alleine nicht mehr rauskam. Natürlich habe ich gleich meiner Mutter davon erzählt, aber sie antwortete nur „mh… dir hat es ja auch nicht geschadet.“  Dennoch machte ich mich immer vertrauter mit dem Thema und schaute mir die Vorteile der selbständigen Bewegungsentwicklung genauer an.

Vorteile der freien Bewegungsentwicklung

Selbstwirksamkeit

Das Kind erfährt sich als selbstwirksam, denn es erlebt die Fähigkeit, selbst etwas bewirken und beeinflussen zu können. Etwas alleine geschafft zu haben, ohne die Hilfe von Mama oder Papa, z.B. sich krabbelnd durch den Raum zu bewegen, vermittelt dem Kind das Gefühl, „ich schaff was, ich kann was, ich habe das ganz alleine gemacht.“  Je häufiger ein Kind diese Erfahrung in der frühen Kindheit machen kann, desto mehr profitiert es als Erwachsener davon, da es gelernt hat, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. Dies hilft ihm später dabei, sein Leben aktiv selbst zu gestalten, statt sich dem Schicksal gegenüber ausgeliefert zu fühlen und sich diesem hingeben zu müssen.

Selbstvertrauen

Der Aufbau von Selbstvertrauen spielt eine große Rolle bei der selbständigen Bewegungsentwicklung. Gelingt es einem Kind nach vielen Versuchen, eine neue motorische Fähigkeit zu erlangen, wird es sehr stolz auf sich sein. Dadurch wird es an Selbstvertrauen gewinnen und voller Motivation neue Herausforderungen angehen.

Weniger Unfälle
Ein Kind, das seine Motorik selbständig und in eigenem Tempo, ohne Eingriffe oder Druck von außen entwickeln konnte, hat deutlich seltener Unfälle, da es seine Fähigkeiten gut einschätzen und seine Grenzen wahrnehmen kann. Durch die freie Bewegungsentwicklung, hat es Erfahrungen gesammelt, die ihm dabei helfen, Gefahren besser einschätzen zu können.

Bessere Bewegungsqualität
Ein Kind, das sich ohne ständigem Eingreifen Erwachsener entwickeln kann, hat eine deutlich bessere Bewegungsqualität. Denn sein Körper hat die Gelegenheit durch zahlreiches Üben und Ausprobieren genau herauszufinden, welche Muskeln bei welcher Bewegung in welcher Stärke eingesetzt werden müssen. Dadurch kann der Körper eine effektive und kraftsparende Zusammenarbeit der Muskeln anstreben, ohne zu viel Spannung aufzubauen.

Wenn das Kind einmal in eine Position gebracht wurde, findet es schnell Gefallen daran und fordert es immer wieder ein.

DIE Vorteile überzeugten mich und ich beschloss, dass ich meinem Kind die selbständige Bewegungsentwicklung ermöglichen will. Jetzt stand ich nur vor einem Problem, denn Fynn hatte sich an diese sitzende Position gewöhnt und ich konnte nicht wirklich zurück. Ich habe ihm dadurch schon so viele selbständige Erfahrungen genommen. Er war nicht mehr zufrieden, wenn er auf dem Rücken oder Bauch lag, aber sitzend konnte er seine motorischen Fähigkeiten auch nicht weiter ausbauen.
Das bestätigte mich noch mehr, ihn seine weiteren Schritte alleine machen zu lassen. Es gab ja noch so einiges… Krabbeln…Stehen…Laufen.  
Leider habe ich dieses Vorhaben meiner Mutter und auch dem Rest der Familie nicht deutlich genug vermittelt. Beim Krabbeln hat das ganz gut geklappt da hatte ich ja zum Glück auch schon vor meinem AHA Moment intuitiv das Handtuch geworfen 😉 und auch sonst hat sich keiner in seine Krabbelversuche eingemischt.  Doch beim selbständigen Stehen und danach Laufen lernen, konnte der ein oder andere nicht die „helfenden“ Hände von ihm lassen. 
Fynn wurde also des Öfteren an den Händen durch den Raum geführt mit den Worten: „Nadja, das wollte er unbedingt …was hätte ich denn machen sollen? Wenn er so lieb schaut?“  Ja er schaut lieb und ja eine selbständige Bewegungsentwicklung schaut wohl anders aus.


„Ist es nicht sonderbar, dass er (der Säugling) ständig etwas anderes tun muss, als was ihm behagt. Übt er Bewegungen in Rückenlage, so drehen wir ihn auf den Bauch, bewegt er sich auf dem Bauch, setzen oder stellen wir ihn auf. Steht er, so führen wir ihn bei den Händen, damit er gehen lernt“

(Pikler, 1940)

 

 „Das Gras wächst nicht schneller nur weil man daran zieht!“

 

In unserem Fall war es nicht, dass Omas und Opas eingriffen, um Fynn in seiner Entwicklung zu beschleunigen und den Wettkampf zu gewinnen wer z.B. als erster laufen kann, sondern weil es alle gut mit ihm meinten und ihm helfen wollten.  Aber oft beobachte ich, dass Kinder in Positionen gebracht werden, die sie von ihrem Entwicklungsstand her eigentlich noch nicht einnehmen können, da es den Eltern nicht schnell genug geht. Der Druck von außen ist oft sehr hoch und oft fallen Bemerkungen wie … „das muss doch jetzt aber schon klappen“ oder ähnlichem, die die Eltern dazu bewegen, einzugreifen und z.B. das Laufen zu üben, indem sie das Kind an den Händen führen. In der Regel gefällt das den Kindern, denn es ist eine völlig neue Erfahrung. Das ist der Grund, warum sie es dann auch immer wieder mit vollem Einsatz einfordern und die Eltern dann stundenlang in gebückter Haltung mit dem Kind durch die Gegend latschen.
Es ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass diese Art der „Förderung“ NICHT dazu führt, dass ein Kind sich motorisch schneller entwickelt. Im Gegenteil, oft werden dadurch wichtige Entwicklungsschritte übersprungen, weswegen das Kind sogar noch länger Zeit benötigt, als wenn es selbständig seine Erfahrungen machen kann.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

In vielen Köpfen sitzt fest verankert, dass es einen eng gesteckten Rahmen gibt, in dem ein Kind bestimmte motorische Fähigkeiten erlernt. Oft sind es folgende Angaben, über die ich immer wieder stolpere: 6 Monate sitzen, 8 Monate krabbeln, 12 Monate laufen!
Hat man solche Angaben in seinem Kopf, ist es nicht verwunderlich, dass man denkt das Kind müsse gefördert werden, falls es sich mit 9 Monaten noch immer nicht hinsetzt. Aber das ist absoluter Blödsinn. Jedes gesunde Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Es ist nicht die Ausnahme, sondern vielmehr die Regel, dass Kinder in den oben genannten Angaben die jeweiligen Entwicklungsschritte noch NICHT können. Alles normal und überhaupt kein Grund zur Sorge. Und vor allem kein Grund, die Vorgänge zu beschleunigen!
Ein Kind, das mit 6 Monaten angeblich schon sitzen kann, sitzt meist noch nicht wirklich, sondern wird wie Fynn hingesetzt. Gibt man dem Kind Zeit, sich die motorischen Fähigkeiten nach eigenem Tempo zu entwickeln profitiert es von allen oben genannten Vorteilen der selbständigen Bewegungsentwicklung.

6 Tipps, wie du dein Kind bei seiner Freien Bewegungsentwicklung bestmöglich unterstützt

1. Das Baby / Kleinkind in keine Positionen bringen, die es noch nicht von selbst einnehmen kann

Dieser Tipp steht ganz oben, da er so elementar wichtig ist, denn es ist nur schwer oder auch gar nicht rückgängig zu machen, wenn man diesen Punkt mal nicht berücksichtigt. Hat man das Kind in eine Position gebracht, wird es diese immer wieder einfordern und dabei wichtige motorische Entwicklungsschritte überspringen. Es ist wichtig, dass auch mit allen zu besprechen, die im engen Kontakt mit dem Kind stehen, damit auch diese über das Vorhaben Bescheid wissen und nicht in die selbständige Bewegungsentwicklung eingreifen.

2. Bequeme Kleidung

Zu enge Jeans oder ähnliches hindern dein Kind dabei, seinen vollen Bewegungsradius auszuschöpfen. Wenn es die Raumtemperatur zulässt, solltest du dein Kind auch immer mal wieder nur in Body oder Windel den Raum erkunden lassen. Barfuß hat dein Kind den besten Halt, um neue Bewegungsabläufe zu erlernen.

3. Umgebung vorbereiten

Schaffe eine Umgebung, die sicher ist, und in der es sich selbständig ohne größere Gefahren möglichst frei bewegen kann. Sichere die Steckdosen und befestige Möbelstücke an der Wand, die umfallen könnten, wenn dein Kind sich an ihnen hochzieht. Auch im Garten kann das Kind prima selbst aktiv werden, wenn die nötigen Vorbereitungen getroffen wurden. 

4. Vertrauen fassen

Hab Vertrauen in dein Kind und in seine Fähigkeiten und gib ihm so oft es geht die Möglichkeit, selbständige Erfahrungen sammeln zu können. Dazu gehört auch abzuwarten und nicht immer gleich helfend einzugreifen, wenn das Kind sich gerade an einer neuen Position übt.

5. Liegen lassen

Natürlich brauchen Babys und Kleinkinder viel Nähe und wollen auch viel getragen werden.
Wenn das Kleinkind aber wach satt und zufrieden ist, sollte es auch genug Zeit auf dem Boden verbringen. Das gilt auch schon für Babys. Nur auf dem Boden kann es neue Bewegungsabläufe trainieren. Wichtig dabei ist es, so gut es geht, auf eine zu weiche Unterlage zu verzichten. Da sinken die Kleinen oft ein und können sich nicht so bewegen, wie sie gerne möchten. Ein Laufstall wird schnell zu klein und engt den Bewegungsradius der Kinder ein.

6. Genaues Beobachten

Nutze die Zeit, die dir zu Verfügung steht, während dein Kind selbständig seine Bewegungsabläufe entwickelt, um dein Kind genau zu beobachten. Welche Fähigkeit erlernt es gerade? Was kann es schon so gut, dass du ihm auch neue Herausforderungen, z.B. eine Stufe, zutrauen kannst.
Das genaue Beobachten hilft dir dabei, genau zu erkennen, was du aus der Ferne beobachten kannst und wo du doch mal eher eingreifen musst z.B. beim Hochklettern auf einen zu hohen Gegenstand. So entwickelst du nach und nach immer mehr Sicherheit und ein genaues Gespür dafür, was dein Kind fordert und woran es wachsen kann, was es eher unterfordert aber auch überfordert.

Ein kleiner Einblick in meine persönlichen Erfahrungen

9 Jahre nach meinem ersten Kontakt mit der selbständigen Bewegungsentwicklung, zwei weitern Kindern und vielen Erfahrungen reicher, sowohl mit meinen eigenen Kindern als auch jenen, mit denen ich beruflich zu tun habe, kann ich nur sagen: „Macht euren Kindern das Geschenk und ermöglicht ihnen die selbständige Bewegungsentwicklung.“  Jedes gesunde Kind lernt SITZEN, STEHEN und LAUFEN ganz von alleine! Ja ich weiß, es ist nicht immer ganz so einfach, wenn man sieht, wie sie sich beim Erlernen neuer Bewegungsabläufe „abmühen“ und man würde ihnen so gerne helfen, indem man z.B die Hände reicht, um mit ihnen zu laufen. ABER Das Durchhalten lohnt sich für alle 😊
Um es mit den Worten meiner Mutter zu sagen: Fynn hat es auf den ersten Blick nicht geschadet, dass in seine Bewegungsentwicklung eingegriffen wurde. Er hat weder einen Quasimodo Rücken noch läuft er auf Zehenspitzen. ABER im Vergleich zu seinen Brüdern, kann ich einen deutlichen Unterschied im Bereich Bewegung bemerken. Er hatte einen viel geringeren Bewegungsradius und was noch zu beobachten ist, er war und ist es bis Heute, oft sehr unsicher und eher ängstlich, wenn es z.B. ums Klettern auf höhere Dinge oder allgemein um motorische Herausforderungen geht. Das an sich betrachtet, ist ja auch überhaupt kein Thema, denn jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem Tempo und nach eigenen Fähigkeiten. Jedoch bin ich überzeugt, dass hier der Punkt nicht daran liegt, dass er andere Fähigkeiten und ein anderes Tempo hat sondern darin, dass er viele Bewegungserfahrungen nicht machen konnte, da wir eingegriffen haben.

Mh….wie war das jetzt mit dem Wettbewerb? 😉

Aktuell ist mein Jüngster 1 Jahr und 5 Monate alt. Er hat bisher eine, ich würde fast sagen, komplett selbständige Bewegungsentwicklung durchlaufen. Es macht so viel Spaß und Freude, ihn in seiner selbständigen Entwicklung zu beobachten. Mittlerweile sind alle, auch meine Mama davon überzeugt, dass es komplett überflüssig ist, in die Bewegungsentwicklung einzugreifen. ER meistert Herausforderungen so sicher und trotzdem bedacht. Er weiß genau, was er kann und was nicht und fällt deswegen auch wirklich kaum hin. Immer wieder werden wir darauf angesprochen, wie fit er motorisch ist und oft sind sie dann verwundert, wenn sie sein Alter hören. Natürlich möchte ich bewusst an dem Wettbewerb nicht teilnehmen 😊 aber stolz bin ich trotzdem sehr. Auf jede erlernte motorische Fähigkeit, die er ALLEINE schafft und mich dann anlächelt und ich genau weiß, wie stolz auch er auf sich ist.

Mein Rücken freut sich

Es ist deutlich entspannter, da ich ihm nie auf Schritt und Tritt folgen muss, sondern eine Beobachtung aus der Ferne ausreicht. Durch seine Erfahrungen, die er bei seiner selbständigen Bewegungsentwicklung sammelt, kann er sich schon recht gut selbst einschätzen und macht auch eigentlich immer nur Sachen, die er auch kann. Nicht so leicht ist es, wenn wir z.B. auf dem Spielplatz sind und viele Mütter um ihre Kinder herum kreisen. Mich schon deutlich fragende Blicke treffen, warum ich nicht wie ein Klammeraffe an meinem Kind hänge, sondern er sich selbständig über den Platz bewegt. Manchmal ertappe ich mich dann dabei, wie ich auch hinter ihm her gehe, nicht weil er es gerade wirklich braucht, sondern nur, weil es halt alle so machen. Sobald ich es dann aber bemerke, ziehe ich mich schnell wieder zurück und genieße es, ihn bei seinen Aktivitäten zu beobachten.

Abschließend kann ich euch nur ermutigen, wenn ihr jetzt denkt, das will ich auch für mein Kind und auch für uns als Eltern… euren Weg zu gehen und euch nicht von Anderen beeinflussen zu lassen. Es ist wie immer im Leben: nur weil es alle machen heißt es nicht, dass es das Richtige ist! Vertraut auf die Fähigkeiten und das Tempo eurer Kinder und genießt es, ihre Fortschritte zu beobachten.

 In diesem Buch findet ihr noch weitere Inhalte zum Thema selbständige Bewegungsentwicklung

 

Alle Jahre wieder – Teil 2 – Geschenke selber machen

Kinder machen anderen gerne Geschenke

In vielen Familien ist es üblich, dass auch die Kinder zu Weihnachten anderen Familienmitgliedern Geschenke machen. Das Schenken zu Weihnachten ist ein Ritual, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Auch die Kinder sollten daran aktiv teilhaben dürfen. Auf was bei Geschenken geachtet werden soll findest du in diesem Blogeintrag.
Kinder schenken sehr gerne, denn sie lieben es, Anderen eine Freude zu machen.
Dabei sollte der Fokus nicht nur auf dem Schenken, sondern auch auf dem Entstehen des Geschenkes liegen, da die Kinder dabei erfahren: das habe ich selbst gemacht und damit mache ich z.B. der Oma eine Freude. Sie platzen dann oft vor Stolz und können es kaum abwarten, bis ihre Geschenke ausgepackt werden.
Bei uns entsteht da immer eine richtige Weihnachtswerkstatt und es ist ein festes Ritual geworden, das kaum wegzudenken ist. Wie fleißige kleine Weihnachtselfen sitzen sie am Tisch und gestalten hoch konzentriert ihre Geschenke.

Was können Kinder verschenken?

Alles was sie selbst gestaltet, sich überlegt und ausgesucht haben, all das können sie verschenken.
Für ein Kind ist es sehr wichtig, beim Verschenken selbst aktiv zu sein und sich als selbstwirksam zu erfahren. Weitere Inputs zum Thema Selbstwirksamkeit kannst du hier nachlesen.
Es muss nicht ausschließlich etwas Gebasteltes sein. Es kann auch mal vorkommen, dass ein Kind etwas im Geschäft sieht und dann direkt an den Menschen denkt und es deshalb gerne als Geschenk kaufen möchte. Allerdings sollte das eher die Ausnahme als die Regel sein. Die Selbstwirksamkeit des Kindes ist bei selbst Gestaltetem natürlich sehr viel höher, als bei einem gekauften Geschenk im Laden.

Mama, das habe ich ganz alleine für dich gemacht

Keinen positiven Lerneffekt für das Kind hat es, wenn es überhaupt nicht aktiv in das was es verschenken soll, einbezogen wird. Kauft man z.B. eine Tasse im Geschäft für die Oma, wahrscheinlich sogar noch ohne das Beisein des Kindes und übergibt dann dem Kind das Geschenk mit den Worten hier das kannst du Oma schenken, hat das Kind überhaupt kein Bezug zu dieser Tasse und zum Schenken auch nicht. Selbstwirksamkeit sieht anders aus, und das was eigentlich durch das Schenken vermittelt werden soll, dem anderen eine Freude bereiten, kommt bei dem Kind auch nicht an. Stolz auf das was es da extra für die Oma gemacht/ ausgesucht hat, kann es auch nicht sein, denn es war ja überhaupt nicht aktiv beteiligt. Viel besser ist es, wenn das Kind eigenständig und mit so wenig Hilfe wie möglich seine Geschenke entstehen lassen kann. Aber oft ist der eigene Anspruch, den man als Mutter an das Endprodukt hat, ziemlich hoch. Oft sogar so hoch, dass es schwerfällt, das Kind alleine machen zu lassen. Denn dann sieht es halt meist etwas anders aus als erwartet.
Oft habe ich schon erlebt, das Sachen von Kindern verschenkt werden, wo ich mich gefragt habe, was genau das Kind denn da selbst gemacht hat. So akkurat und komplex, kann es kaum von Kinderhänden entstanden sein.  Für mich sind die tollsten Geschenke von meinen Kindern die Sachen, die sie ganz allein entstehen lassen. Womöglich sogar so, dass ich nicht mal etwas davon bemerkt habe. Vielleicht sind sie krumm und schief, voller Kleber oder tropfend mit Farbe.  Aber dafür Übergeben mit strahlenden Augen und den Worten: Das habe ich ganz allein für dich gemacht. Dann weiß ich genau, es ist mit viel Liebe, Fleiß und selbständig entstanden.

10 Geschenketipps, die von Kindern selbstwirksam gestaltet werden können

1. Bild in Bild auf Leinwand

Herz malenDas ist besonders gut für kleine Kinder geeignet. Die Kleinen können nach Belieben mit ihren Fingern und Fingerfarbe malen. Schon die Kleinsten mögen es, Spuren zu hinterlassen.
Das Gemalte an sich ist schon ein sehr schönes Geschenk, aber man kann sogar noch ein Bild im Bild entstehen lassen.

Das wird benötigt:

-Fingerfarbe
-Kreppband
-Keilrahmen, Bilderrahmen oder Karton

So funktioniert‘s:

Ein Herz, Stern, Tannenbaum, einen Namen Mama, Papa, Oma, Opa, usw. (der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt) 😊 auf ein Papier malen und Ausschneiden. Danach sorgfältig mit Kreppband oder ähnlichem auf dem Rahmen befestigen. Nun kann das Kind mit Fingerfarbe seine Kreativität auf dem Rahmen ausleben. Danach trocknen lassen und die aufgeklebte Schablone entfernen.

Papa Schrift malen

2. Zapfenanhänger

Bei einem Winterspaziergang können die Kinder Tannenzapfen sammeln, die sich dann in tollen Baumschmuck verwandeln lassen.

Tannenzapfen basteln

Das wird benötigt:

-Schuhkarton
-Kleister
-Streuglitzer
-Tannenzapfen
-Bändel zum Aufhängen

So funktioniert‘s:

Etwas Kleister anrühren und in den Schuhkarton füllen. Glitzer dazu geben und den Tannenzapfen reinlegen. Nun den Karton schütteln bis das Glitzer schön auf dem Zapfen verteilt ist. Trocknen lassen und danach die Schnur befestigen.

3. Plätzchen

Auch zum Verschenken ist es super geeignet mit den Kindern zu backen. Erfahrungsgemäß können sie bei den klassischen Butterplätzchen ab ca. 2 Jahren schon sehr selbstwirksam tätig werden. (Ausrollen, Ausstechen, auf das Backblech legen, Streusel drauf usw.) Wenn die Plätzchen fertig sind, können sie in ein Tütchen gefüllt und mit einem hübschen Bändchen versehen verschenkt werden. Nach Wunsch können in der Weihnachstwerkstatt auch noch Anhänger für die Tütchen entstehen.

Kinder backen Plätzchen

4. Hand /Fußabdruck

Hand und Fußabdrücke sind super und auch schon für kleinere Kinder geeignet. So lassen sich ganz verschiedene Geschenke erstellen. Weihnachtskarten, Bilderrahmen, richtige Kunstwerke und vieles mehr können daraus entstehen. Gerade ältere Kinder haben da von sich aus super gute Ideen. So ist bei uns z.B. ein wunderschöner Schmetterling für die Oma entstanden. Allerdings ist es schnell erledigt mit den Handabdrücken und kleine Kinder können kaum etwas alleine machen. Super ist es, wenn sie dann mit den bemalten Händen noch ihr eigenes Kunstwerk zum Verschenken herstellen können.

Schmetterling malen

Das wird benötigt:

-Fingerfarbe und Pinsel
-Je nachdem wo der Aufdruck drauf soll, Bilderrahmen, Papier usw.

5. Musterblatt, auf dem viele Geschenke gestaltet werden können

Farbklekse

Das Musterblatt eignet sich schon für die Kleinsten ab ungefähr 8 Monaten, wenn nicht sogar schon früher.
Auf einem großen Karton entsteht ein buntes Kunstwerk, das dann zu ganz verschiedenen Geschenken weiterverarbeitet werden kann. Auch geeignet, wenn sehr viele Geschenke verschenkt werden sollen, da es sehr schnell geht und viel Freude macht.

Das wird benötigt:

-Großer Tonkarton
-Fingerfarbe
-eventuell ein kleines Auto
-Stifte bei Bedarf

So funktioniert‘s:

Auf dem großen Karton lassen die Kinder ein buntes Muster entstehen.
Es gibt da unendlich viele Möglichkeiten. Mit Fingerfarbe und Fingern darauf malen, mit dem Finger tupfen, mit dem Auto durch einen Teller Farbe fahren und dann über den Karton (sehr beliebt bei meinen Jungs), mit Stiften malen usw.
Das entstandene Musterpapier trocknen lassen und danach nach Wunsch weiter verarbeiten
-Anhänger
-Weihnachtskarten
-Sterne
-Lesezeichen
-Bilderrahmen ….
Bei uns sind aus dem Musterpapier schon Tannenbäume entstanden. Die Fingertupfen wurden zu Kugeln.

Tannenbaum basteln

6. Bilderrahmen von IKEA

Handabdruck malen

Ein wirklich tolles und vielseitig gestaltbares Geschenk, das wir schon oft verschenkt haben.
Man kann den Bilderrahmen auf einer Seite z.B. mit einem Foto des Kindes füllen und auf der anderen Seite mit einem Handabdruck, einem gemaltem Bild, oder wie oben schon erwähnt, mit einem Stück von dem Musterblatt füllen.

Bild malen

Das wird benötigt:

Ikea Bilderrahmen
-Musterblatt gemaltes Bild oder Hand/Fußabdruck usw.

So funktioniert‘s:

Die Scheibe vom Bilderrahmen auf das legen, was in den Rahmen soll, abmalen, zuschneiden, einschieben, fertig 😊

Bilderrahmen

7. Schlüsselanhänger aus Schrumpffolie

Mit Schrumpffolie kann man wie der Name schon verrät, Dinge schrumpfen. So kann aus einem Handabdruck oder einem gemalten Bild ein kleiner Schlüsselanhänger werden. Das gestalten des Werkes, das sich dann in einen Schlüsselanhänger verwandelt, kann das Kind selbst aktiv übernehmen. Das Verarbeiten danach allerdings muss ein Erwachsener übernehmen.
Weitere Infos zur Schrumpffolie gibt es hier.

8. Teelichthalter aus Babygläschen

Lichter passen sehr gut in die Weihnachtszeit und Kinder kleben und kleistern besonders gerne.

Glas mit Farbe basteln

Das wird benötigt:

-Leere Baby- oder Pestogläser oder ähnliches
-Transparentpapier
-Kleister
-Teelicht
-eventuell ein Pinsel

So funktioniert‘s:

Kleister anrühren, Transparentpapier in kleine Stücke reißen und dann mit dem Kleister die Papierstücke auf dem Glas verteilen. Mit den Händen oder mit einem Pinsel. Mit den Händen ist die Sinneserfahrung deutlich höher. Nach dem Trocknen das Teelicht reinlegen.
Kinder unter 3 Jahren können sehr gut die Papierstücke auf das Glas kleben allerdings fällt es ihnen oft noch schwer, das Papier zu reißen. Da ist es sinnvoll, dem Kind die schon gerissenen Stücke in einer Schale bereit zu stellen.

9. Windlicht

Windlicht basteln

Eine tolle Möglichkeit, gemalte Bilder in ein tolles Geschenk zu verwandeln. So kommen auch schon die ersten Kritzel-Versuche richtig schön zur Geltung und werden verewigt. Auch gut geeignet für Hand- und Fußabdrücke. Das Windlicht lässt sich auch gut von 2 Geschwistern gemeinsam verschenken, da jeder eine Seite des Windlichtes gestalten kann.

Das wird benötigt:

-Papier
-Laminiergerät
-Laminierfolie
-Stifte
-Locher oder Lochzange
-Geschenkbändel
-Leeres Babyglas oder Pestoglas
-Teelicht

Windlicht

So funktioniert‘s:

Entweder im Vorfeld das Papier in die Gewünschte Größe bringen oder nach dem Gestalten zuschneiden. Ich nehme immer die Größe einer Serviette als Vorlage.
Für 1 Windlicht 2 Papiere von den Kindern gestalten lassen danach Laminieren. Jeweils an 2 gegenüberliegenden Seiten Löcher von oben nach unten rein machen und dann die beiden Hälften mit den Geschenkbändeln durch die Löcher gefädelt verbinden. Glas reinstecken und ein Teelicht hineinstellen.

10. Anhänger aus Salzteig

Eine Erinnerung aus meiner Kindheit, vielleicht der Grund warum auch meine Kinder sehr gerne mit Salzteig arbeiten und das nicht nur zu Weihnachten 😊

Das wird benötigt:

Für den Teig:
-2 Tassen Mehl
-1 Tasse kaltes Wasser
-1 Tasse Salz
-1 Tl Öl

-Nudelholz
-Plätzchenförmchen
-Strohhalm oder Stäbchen
-Backblech, Backpapier, Backofen
-Acrylfarbe oder ähnliches
-Pinsel
-Schnur zum Aufhängen
-Schere

So funktioniert‘s:

Alle Backzutaten zu einem Teig vermischen und ausrollen. Formen ausstechen und mit dem Stäbchen ein Loch hinein stechen. 1 Tag auf dem Backblech durchtrocknen lassen und dann im Backofen 2 Stunden bei 80 Grad (Ober/Unterhitze) backen.

Nach dem Abkühlen können sie nach belieben bemalt werden. Noch ein Bändchen zum aufhängen durch das Loch ziehen und fertig ist der Salzteig-Anhänger.

Tipps und Tricks, die das Chaos in Grenzen halten und es für alle ein positives Erlebnis wird

Oh ja es kann ganz schön anstrengend und schmutzig sein, wenn man die Kinder selbst ans Werk lässt, dass weiß ich aus eigener Erfahrung. „Nein, Nicht, Achtung, Pass Auf, Langsam, nicht zu viel“! Alles Worte, die ich häufiger angespannt daneben sitzend, von mir gegeben habe. Aber je mehr mir bewusst wurde, wie wichtig es ist die Kinder auch mal machen zu lassen, um so entspannter wurde unsere Weihnachstwerkstatt für alle. Kleine Veränderungen haben dazu beigetragen, dass ich viel weniger eingreifen musste und die Kinder voll und ganz ungestört ins Tun übergehen konnten.
Natürlich bedarf es etwas an Planung, damit kein riesiges Chaos entsteht. Mit ein paar Vorbereitungen lässt sich das Ganze in einem erträglichen Rahmen halten und die Kinder müssen dann nicht ständig aus ihrem Schaffensdrang gerissen werden.

Vorbereitung ist alles

Ein Großer frei geräumter Tisch dient super als Weihnachtswerkstatt. Um ihn vor neuem farblichem Muster zu schützen, ist es sinnvoll eine Wachstischdecke oder ähnliches darauf zu legen. Diese kann super abgewaschen werden. Wichtig ist es, die Tischdecke dann aber am Tisch gut zu befestigen, damit sie nicht verrutschen kann.
Alles was die Kinder brauchen, sollte in greifbarer Nähe hingerichtet werden, wie auch ein Lappen und ein kleiner Eimer mit Wasser, falls mal etwas daneben geht.
Wenn mit viel Farbe gearbeitet werden soll, ist es oft auch von Vorteil den Boden unter und um den Tisch vor Farbklecksen zu schützen. Da eignet sich hervorragend Malervlies oder ähnliches.
Bei Stühlen mit Polstern am besten ein großes Handtuch darüberlegen.

„Arbeitskleidung“

Malerkittel oder alte Kleidung, die schmutzig werden darf, sorgen dafür, dass es keinen Ärger gibt, falls mal etwas auf die Kleidung des Kindes geht. Ein altes Hemd von Papa z.B. eignet sich sehr gut als Malerkittel.

Zeit nehmen

Damit man nicht in Stress gerät, weil man noch so viel anderes im Kopf hat oder vielleicht längst wo anders sein müsste, ist es hilfreich, nur dann mit den Kindern das gestalten von Geschenken zu beginnen, wenn es die Zeit auch wirklich zulässt. Kinder, die voll ins Tun übergehen, vergessen oft Zeit und Raum und brauchen einiges an Zeit, bis sie wieder zum Ende kommen.
Dass die Kinder selbständig aktiv werden und eigenständig die Geschenke für z.B. Oma, Opa, Tante, Onkel usw. gestalten, heißt nicht, dass sie keine Aufmerksamkeit benötigen. Je kleiner die Kinder, desto mehr Präsenz der Mutter/des Vaters brauchen sie dabei.

Zurück nehmen

Damit das Kind sich aber als selbstwirksam erfahren kann, sollte sich die Präsenz mehr auf das aufmerksame Beobachten, anstatt auf das aktive Eingreifen beschränken. Das hört sich einfacher an, als es tatsächlich ist. Es fällt mir manchmal schwer, mich zurück zu halten und nicht vorschnell einzugreifen. Innerlich kribbelt es dann oft richtig in den Fingern und ich muss mir immer wieder sagen, wie wichtig es ist, dass sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Nur so lernen sie mit allen Sinnen, selbst aktiv und fürs ganze Leben.
Man kann ihnen noch so oft sagen, wenn du das so oder so machst, dann passiert das oder das, aber nur wenn sie Dinge selbständig erfahren, haben sie es wirklich gelernt und werden es in Zukunft von sich aus tun. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, sich zurückzunehmen wird belohnt, denn es wird deutlich entspannter 😊 Welches Kind lässt sich schon gerne helfen, wenn es gerade im Schaffensdrang ist. Oft entstehen dann sowieso eher Wutszenen vom Feinsten und das Geschenk wird überhaupt nicht mehr fertig oder die Mama sitzt dann alleine dran während der Künstler im Kinderzimmer bockt. Das ging mir zumindest schon mal so.

Ich wünsche euch eine tolle Adventszeit und falls es bei euch auch eine Weihnachstwerkstatt gibt 😉, viel Spaß eure Kinder dabei zu beobachten, wie sie selbständig und selbstwirksam ihre Geschenke gestalten.
Kinder gestalten so nicht nur ein wunderschönes Geschenk für ihre Liebsten, sondern ein großes für sich selbst. Das Geschenk an sich zu glauben und zu erfahren: „ich schaff das, ich kann das, ich hab das ganz alleine gemacht“. Das ist eine elementare Grunderfahrung für die Entwicklung eines positiven Selbstbildes.

Kinder anziehen

Du sollst mich nicht anziehen!! Wenn mein Kind wieder eine „Trotzphase“ hat

Anzieh-Stress und Kleider-Krieg am Morgen

Und täglich grüßt das Murmeltier

Es ist früh morgens und wir sind auf dem Weg zum Kindergarten und meine Kinder und ich sind alle gut drauf. Doch dann kommt die Situation, in der wir uns richten müssen. Das heißt konkret: Jacken und Schuhe anziehen. Wenn es besonders kalt ist, müssen auch noch Mützen, Schals und Handschuhe angezogen werden. Gar keine leichte Sache. Denn meist habe ich eine andere Vorstellung über den Ablauf, als meine Kinder dies haben. Ich will so schnell wie möglich fertig werden und pünktlich aus dem Haus kommen, doch der Plan meiner Kinder sieht anders aus.

Mama will schnell – Kind will alles alleine machen

Während ich alle Kleider hinlege und mir eines meiner Kinder zu mir hole, um es anzuziehen, fängt dieses an herum zu „trotzen“ und irgendwann wird es immer unerträglicher, da mein Kind sich selbst anziehen will. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass dies ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt und wir dann mal wieder zu spät kommen würden. Während ich also mit meinem ersten Kind am „kämpfen“ bin, fängt zusätzlich das Zweite aus Langeweile an, Dinge aus den Schubladen und Schuhschränken heraus zu zerren. Meine Nerven liegen also bald ziemlich blank. Innerlich frage ich mich dann, warum das jeden Tag eigentlich so ablaufen muss!? Kind zieht Schuhe selbst an

Am Ende wieder nur Stress

Irgendwann sind wir so weit, dass ich ganz entnervt die Kinder ohne Rücksicht auf ihr Geschrei anziehe und ins Auto setze, die Taschen hole und dann selbst völlig erschöpft und mit einem ziemlich schlechten Gewissen ins Auto steige. Die Kinder sind nun natürlich sauer auf mich und da sind wir wieder – alle haben keine Lust mehr auf den Tag. Da frage ich mich, wie man das ändern kann? Um zu verstehen, warum meine Kinder (und die anderer Familien ebenfalls), immer alles „alleine machen“ wollen, musste ich lernen, was die Hauptgründe solcher „Trotzphasen“ sind.

Selbstwirksamkeit vs. Opferrolle

Unsere Kinder sind von Geburt an wissbegierige und neugierige kleine Menschen, die jeden Tag durch Spielen und Probieren ihre Erfahrungen sammeln wollen. Der kanadische Psychologe Albert Bandura prägte den Begriff der Selbstwirksamkeit. Er beschreibt unser „Ich“ oder unser „Selbst“, mit dem wir fühlen, denken und handeln, als ein System verschiedener Überzeugungen über die eigene Person. Er kam zu der Erkenntnis, dass Menschen meistens nur dann eine Handlung beginnen, wenn sie davon überzeugt sind, dass sie diese Handlung auch tatsächlich erfolgreich ausführen können. Er definiert das so:

„Wahrgenommene Selbstwirksamkeit bezieht sich auf Überzeugungen über diejenigen eigenen Fähigkeiten, die man benötigt, um eine bestimmte Handlung zu organisieren und auszuführen, um damit bestimmte Ziele zu erreichen“

Das Gegenteil der Selbstwirksamkeit ist die erlernte Hilflosigkeit – Opferrolle. Ok, ich will meine Kinder also gerne selbstwirksam erziehen und aufwachsen lassen und keine hilflosen Opfer, die nur meinen Anweisungen folgen. Doch wie mache ich das?

Aufbau von Selbstwirksamkeit von Anfang an

Selbstwirksamkeit entsteht im ersten Lebensjahr und entwickelt sich ein Leben lang. Schon drei Monate alte Babys haben Erwartungen. Sie wollen kommunizieren und machen dies mit ihrem ganzen Körper, sie signalisieren uns etwas und erwarten darauf eine Reaktion von uns. Zunächst tun Babys einfach nur Dinge, weil sie Freude am Tun haben:

  • Sie spielen mit ihren eigenen Händen
  • Sie stecken Dinge in den Mund
  • Sie machen lustige Geräusche

Doch im Verlauf des ersten Lebensjahres entwickeln sich die ersten Selbstwirksamkeitserwartungen. Dann kommt die Freude am Effekt hinzu, also die Freude am „Das habe ich gemacht!“ Zum Beispiel dann, wenn das Kind ein Spielzeugauto herumwirft und dieses irgendwo mit einem schönen lauten Knall landet. Das Kind weiß dann: „Ich bin mir sicher, ich kann das Auto da hinten hinwerfen.“ Und ich bin mir auch sicher, dass dann die Mama kommt und guckt, was das für ein Krach ist. Was bedeutet das für uns? Säuglinge beherrschen das Interpretieren sehr gut. Dies müssen sie deshalb so gut, da sie bei der Bewertung aller Dinge anfangs auf die Reaktionen ihrer Umwelt angewiesen sind, solange ihnen selbst noch eigene Erfahrungen fehlen.

Einfachheit in den Alltag bringen

Mit dieser neuen Erkenntnis begann ich also meinen Alltag mit den Kindern umzukrempeln. Anstatt tagtäglich nachmittags den „Entertainer“ zu spielen, fing ich an ihre Bedürfnisse mehr in den Mittelpunkt zu stellen und sie selbst wirklich mehr aktiv werden zu lassen.

  • Kinder wollen ihre eigenen Erfahrungen machen
  • Kinder wollen uns nachahmen
  • Kinder wollen uns gefallen und sind stolz auf ihre neuen Errungenschaften
  • Kinder zeigen uns gerne, was sie Neues gelernt haben

Plötzlich haben wir ganz andere Ideen und Anregungen, wie wir unsere Tage gestalten können. Manchmal verkleiden wir uns und dabei dürfen die Kinder sich in Ruhe selbst anziehen. Mein vierjähriger Sohn ist dabei noch oft ungeduldig, doch da wir Zeit haben, lasse ich ihn machen und frage ab und an mal, ob ich ihm denn helfen darf. Das ist meist keine Option für ihn, aber ich bin nicht mehr genervt! Wenn er sich seine Jacke und Schuhe selbst angezogen hat, kommt er ganz stolz auf mich zu und zeigt mir, dass er es selbst geschafft hat. Auch meine zweijährige Tochter will schon vieles selbst machen. Deshalb darf sie sich aussuchen, was sie sich als erstes anziehen möchte. Sie holt dann ganz eifrig ihre Sachen und probiert sie sich anzuziehen. Bei ihr darf ich dann auch nachhelfen, wenn ich sie frage.

Kinder sind die geborenen Kooperationspartner

Nachdem wir nun etwas mehr Ruhe und Zufriedenheit erlangt haben, versuche ich diese Strategie auf andere Situationen zu übertragen. Das heißt konkret: Wollen wir doch mal sehen, wie wir das schaffen, wenn es wieder einmal schneller gehen muss und ich Termine einhalten möchte, aber auch meine Kinder berücksichtigen will. Panik steigt in mir auf, da ich nicht wirklich überzeugt bin, dass sie dann mitmachen werden und wir am Ende nicht wieder völlig genervt und enttäuscht im Auto sitzen.

Es geht ja doch

Zu meinem Erstaunen klappte das viel besser, als ich erwartet hatte. Kinder sind zu ihrem eigenen Überleben nämlich auf die Anerkennung, Liebe und Hilfe von uns Eltern oder anderen Bezugspersonen angewiesen, deshalb wollen sie uns gefallen und kooperieren gerne. Wenn ich sie also die meiste Zeit machen lasse und sie nur ab und zu unterstütze, gestatten sie auch mir, in hektischeren Situationen, ihnen etwas abzunehmen bzw. mich komplett machen zu lassen. Ich erklärte zu Beginn: Heute haben wir einen wichtigen Termin und müssen dort pünktlich sein. Ich weiß, dass ihr euch gerne selbst anziehen wollt und das auch schon richtig gut könnt. Das habt ihr in letzter Zeit ziemlich oft gemacht und ich habe gesehen, wie ihr immer schneller werdet und es euch leichter fällt. Darf ich euch einen Vorschlag machen? Heute ziehe ich euch an, damit wir ganz schnell fertig sind und die Ersten bei dem Termin sind? Dann muss auch niemand auf uns warten.

Erster sein

Meine Hoffnung wurde bestätigt. Meine Kinder ließen sich mit Freude anziehen. Wir waren schnell, hatten noch etwas zu lachen, weil ich natürlich auch nicht alles richtig gemacht habe (das gefällt meinen Kindern dann besonders gut 😊) und wir waren sogar „die Ersten“ bei unserem Termin. Erster sein, das scheint bei Kleinkindern immer ein großes Thema zu sein und ich habe damit echt punkten können. Kleiner Trick, mit großer Wirkung 😉 Für weitere tolle Anregungen schaut auch gerne auf diesem Blog vorbei, diese Mama rockt das auch ganz toll finde ich!

10 Tipps, wie man sein Kind selbstwirksamer aufwachsen lassen kann

1. So viel es geht, selber machen lassen

Im Alltag lasse ich meine Kinder viel selbst machen. Sie dürfen mir beim Kochen, Staub saugen und putzen helfen. Jedes Kind bekommt seinem Alter entsprechend eine eigene Aufgabe zugewiesen und ich betone immer wieder, wie sehr ich ihre Hilfe benötige und ob sie mir bitte helfen könnten. Das lassen sie sich meist nicht zweimal sagen und führen ihre Aufgaben mit größtem Elan und großer Freude aus.

2. Verantwortung übernehmen lassen

Kinder wollen helfen und übernehmen auch gerne Verantwortung, wenn man sie lässt. Wenn man zum Beispiel den Tisch deckt, dürfen meine Kinder die „richtigen“ Teller und Gläser oder Tassen nehmen und auf den Tisch stellen. Kleineren Kindern gibt man einfach nur ein oder zwei Teller und den Älteren gibt man schon mal einen größeren Stapel. Dies fördert ihr Selbstbewusstsein, bzw. ihre Selbstwirksamkeit und sie freuen sich auf die Herausforderung und gehen von daher ziemlich verantwortungsbewusst mit zerbrechlichen Dingen um.

3. Bei „Missgeschicken“ nicht sofort das Handtuch werfen

Manchmal geht selbstverständlich auch mal etwas zu Bruch oder einfach nur daneben. Aber will ich dann wirklich sofort die Sache beenden und meinem Kind dadurch eine große Enttäuschung zumuten? Es wollte doch so gerne helfen und alles richtig machen. Auch in solch einer Situation kann die Selbstwirksamkeit weiterhin gestärkt werden, indem ich mein Kind unterstütze und sage: Oh das ging daneben, lass uns das zusammen aufräumen. Kannst du mir bitte den Handfeger und die Kehrschaufel bringen und danach können wir weiter den Tisch decken.

4. Nicht zu viel auf einmal

Wir erwarten von unseren Kindern oft, dass sie brav sind und nichts kaputt machen. Deshalb lassen wir sie nicht mitmachen. Am Ende können sie dadurch oftmals ihre Fähigkeiten nicht ausbauen und wenn sie „alt“ genug sind wundern wir uns, warum sie etwas nicht können. Wir müssen unsere Kinder nicht alles auf einmal machen lassen (das würde sie auch überfordern). Aber wenn wir sie Stück für Stück eine Aufgabe bewältigen lassen, fördert das ihre Selbstwirksamkeit und sie haben immer wieder kleine Erfolgserlebnisse.

5. Langsam die Herausforderungen steigern

Wenn ein Kind etwas Schwieriges geschafft hat, dann wird es in Zukunft überzeugt sein, dies auch wieder schaffen zu können. Es wird sich neuen Herausforderungen stellen und aus der Erfahrung schöpfen. Wir als Eltern kennen unsere Kinder am besten und können durch unser genaues Hinsehen lernen, welche Fähigkeiten sie haben und können sie dabei unterstützen, diese weiter auszubauen. Beispiel: Kind darf beim Tisch decken mit mir zusammen den Topf tragen, beim nächsten Mal darf es das Besteck alleine nehmen, beim übernächsten Mal dann schon die Teller usw.

6. Lobe dein Kind

Dein Kind freut sich, dir helfen zu dürfen und ist stolz darauf, so viel alleine machen zu dürfen! Du darfst es auch gerne einmal dafür loben, welch große Hilfe es für dich ist.

7. Nimm Veränderungen wahr

Wie oft übersehen wir kleine Veränderungen? Unsere Kinder können plötzlich Dinge, die sie vorher nicht konnten und wir wundern uns dann, woher sie das können. Wenn wir sie bewusst machen lassen und sie unterstützen, wenn sie danach fragen, lernen Kinder am liebsten und schnellsten. Wir können dann direkt beobachten, wie sie experimentieren und sich stetig verbessern. Diese bewusste Aufmerksamkeit, stärkt unsere Kinder.

8. Positives Feedback geben

Ehrliches und positives Feedback steigert die Motivation. Wir müssen von der Aufrichtigkeit solcher Aussagen jedoch überzeugt sein. Sobald der Eindruck besteht, so ein Satz sei nur aus Nettigkeit oder zur Beruhigung daher gesagt, bleibt er unwirksam. Kinder in einer Art „Automatismus“ immer darin zu bestätigen, dass sie das Ding schon irgendwie meistern werden, ohne wirklich davon überzeugt zu sein, hat einen nachhaltigen gegenteiligen.

9. Modelllernen – mit gutem Beispiel vorangehen

Unsere Kinder lernen von uns und wenn wir mit gutem Beispiel voran gehen, dann kommt das auch bei ihnen an. Wir dürfen uns freuen, wie unsere Kinder uns nachahmen und brauchen deshalb nicht immer wie in „alten Zeiten“ mit dem erhobenen Zeigefinger die Kinder „erziehen“.

10. Mehr Zutrauen in die Fähigkeiten unserer Kinder

Das Zutrauen der anderen ist die Basis für das Selbstvertrauen gegenüber den vielfältigen Anforderungen, mit denen das Kind in den verschiedenen Entwicklungsphasen konfrontiert wird. Wir dürfen gerne einfach den Mut haben unsere Kinder mehr selbst machen lassen. Wir sind ihr sicherer Hafen, bei uns dürfen sie auch mal Fehler machen und lernen wieder aufzustehen und weiter zu machen!

Alle Jahre wieder – die Geschenke Problematik

HIIILLLFFFEEE!

von Ninjago über Feuerwehrmann Sam – von Autos und Puppen über Lillifee zur Eiskönigin …

Welche Geschenke MÜSSEN es für strahlende Kinderaugen sein?

Geschenke ein Riesenthema nicht nur zu Weihnachten

In unserer Familie ist das Thema Geschenke kein einfaches Thema. Wir waren uns da auch sehr lange sehr uneinig, was sehr häufig zu sehr heftigen Diskussionen geführt hat. Diskussionen mit meinem Mann, mit Oma und Opa und natürlich auch mit den Jungs. Wie viele? Was denn überhaupt? Wie teuer darf es sein? Viele Personen – viele Meinungen. Und das natürlich nicht nur zu Weihnachten, sondern auch zu Nikolaus, Ostern, Geburtstag, Einschulung und natürlich auch für die Geschenke zwischendurch. Durch einen Blick hinter die „Kulissen“ des Systems und durch einen Blick in viel zu voll gestopfte Kinderzimmer, haben wir aber mittlerweile einen Weg gefunden, der uns so viel mehr Freude und Glück bringt, als wir es je erwartet hätten. Aber dazu später mehr.

Was ist das überhaupt – ein Geschenk?

Ein Geschenk ist meiner Auffassung nach etwas, was man jemandem gibt, um ihm eine Freude zu bereiten. Aber es ist noch viel mehr als das. Geschenke verpflichten, denn sie sind mit einer Erwartung verbunden. Der Beschenkte reagiert auf das Geschenk, zumindest wird das so erwartet. Auch wenn nur Dank und Freude erwartet werden, sind das Erwartungen. In den meisten Fällen wird sogar erwartet, dass man nur positiv darauf reagiert. Denn der Schenkende hat die Erwartung, Freude zu schenken und die muss der Beschenkte dann erfüllen. Wer kennt das nicht? Man packt ein Geschenk von einem lieben Menschen aus, dass einem so überhaupt nicht gefällt. In meinem Fall waren das z.B. einmal Socken von meiner Oma. Ich weiß noch genau wie ich als kleines Mädchen schon beim anfassen des Päckchens wusste, „aha weich – also wieder Socken“ und dann innerlich schon mein Lächeln und die „Oh toll, Danke Oma“ Antwort vor dem Auspacken geübt habe, damit es, wenn ich die Socken ausgepackt habe, auch echt rüberkommt. Innerlich war ich aber überhaupt nicht zufrieden mit diesem Geschenk – und das letzte was ich empfunden habe, war Freude. Ich wollte aber die Erwartungen meiner geliebten Oma nicht enttäuschen. Es war eine äußerst ungute Situation für mich, die mir bis heute noch spürbar in Erinnerung geblieben ist. Aber nicht alle Kinder reagieren so wie ich damals. Einige sagen und zeigen mit vollem Körpereinsatz ganz offen und ehrlich, wenn das Geschenk nicht ihren Geschmack trifft und lassen das den Schenkenden gnadenlos spüren. Anstatt das erwartete Lächeln, bekommt man Tränen und Wut. Nicht selten liegt ein tobendes und schreiendes Kind unter dem Weihnachtsbaum und verleiht dem heiligen Fest eine ganz neue Interpretation von „Oh du Fröhliche„ – „Oh du Schreckliche“. Abgesehen davon, dass man das Ganze von vorne herein umgehen könnte – ist es nicht viel besser, eine ehrliche Rückmeldung zu bekommen? Also ich finde JA. Ehrlich zu sein und offen zu sagen wie man sich fühlt, ist eine Eigenschaft an Kindern, die es zu bewahren gilt.

Wenn Geschenke nicht gefallen – nicht persönlich nehmen

Die Ablehnung betrifft in dem Moment das Geschenk, das die Erwartungen, die von der Werbung leider immer höher geschraubt werden, nicht erfüllt. Nicht die Person, die es ihm Geschenkt hat. Oft aber nimmt man die Ablehnung persönlich und reagiert ebenfalls sehr emotional. Dann darf sich ein Kind zu der Enttäuschung über das Geschenk auch noch anhören, wie undankbar es ist und wie unmöglich sein Verhalten gerade ist. Im schlimmsten Fall darf es den Rest des Abends in seinem Zimmer verbringen, um über sein Verhalten nachzudenken. Ja, auch bei uns haben sich schon solche Szenen abgespielt – auch wenn die Absicht hinter dem Geschenk wohl überwiegend die war, Freude zu schenken. Das Geschenke nicht so ankamen wie erwünscht und auch die Reaktionen des Schenkenden waren dann auch nicht immer so, wie sie hätten sein können. Ich oute mich jetzt mal als „Geschenkeengel“. Ich war in unserer Familie immer diejenige, der es ein besonderes Anliegen war, die Kinder durch Geschenke glücklich zu machen. Ihr Wunsch war mir quasi „Befehl“ und dabei dachte ich, kommt es mehr auf die Anzahl, als auf das Geschenk an sich an. Viele Geschenke – glückliche Kinder. Zum Glück hatte ich mich wenigstens soweit mit meiner Schenkerei im Griff, dass ich sie auf die Feste im Jahr beschränkt und die Kinder auch nicht noch unterm Jahr ständig überhäuft habe. Ok… manchmal… 😉

Mama ich wünsche mir das UNBEDINGT

Da rannte ich also schwitzend durch gefüllte Läden, in der Mission strahlende Kinderaugen zu zaubern. Was da alles auf dem Wunschzettel stand und mit einem „Mama das muss ich unbedingt haben, das wünsche ich mir so sehr“ in meinem Gehirn platziert wurde, waren ausschließlich Dinge, die sie in der Werbung oder bei Freunden gesehen haben. Plastikspielzeug, das Krach macht und in leuchtenden Farben erstrahlt, stand meist ganz oben auf der „ich brauch das WIRKLICH Liste“ auch bekannt als Wunschzettel. Apropos Wunschzettel, war das in meiner Kindheit ein einziger Zettel meist in DIN-A4 Größe, ist es bei uns vor nicht all zu langer Zeit so ausgeartet, dass Blatt für Blatt zu einer riesigen Wunsch-Rolle, mit allem was der Spielzeugmarkt so her gibt, zusammen geklebt wurde. (Siehe Foto 😉) „Mama ein Blatt ist einfach zu klein für meine Wünsche“ sprach es mir entgegen. Geschenke - Wünsche-Rolle Aha, spätestens da hätte ich ja mal genauer hinschauen können. Sind das wirklich alles Herzenswünsche oder sind sie nur der Werbung auf den Leim gegangen. Aber da hatte es noch nicht Klick gemacht. Stattdessen kam ich voller Begeisterung vom Einkaufen zurück mit meiner Beute – „VIEL BEUTE“. Ich war zwar klitschnass geschwitzt und fix und fertig, jedoch trotzdem sichtlich erfreut und zufrieden. Mein Mann – wenig begeistert – fragte mich des Öfteren, „Muss das sein?“, „Ja“ antwortete ich dann allzu oft sehr uneinsichtig und etwas enttäuscht, weil ich nicht verstehen konnte warum er denn nicht genauso eifrig die ÜBERLEBENSNOTWENDIGE Mission verfolgt, wie ich. Kein Wunder, dass seine Geschenke für mich auch nicht gerade Begeisterungsströme in mir auslösten, im GEGENTEIL. Er ist halt eher, wie soll ich sagen, ein praktischer Schenker. Ich als Geschenkeengel habe meine Mission nicht nur bei meinen Kindern, sondern auch bei meinem Mann mit viel Eifer erfolgreich durchgeführt. Relativ hoch, offen gestanden, war dann auch meine Erwartungshaltung ihm gegenüber. Und als gestandene Frau, sah ich mich auch nicht in der Pflicht, nicht das Oma Socken Geschenk Lächeln aufzusetzen, sondern ihm offen und ehrlich meine Empfindungen bezüglich seiner Geschenke mitzuteilen.

Die Werbung machts

Die Marketingstrategien der Spielzeughersteller leisten sehr gute Arbeit. Die haben es auf unsere Kinder abgesehen, weil sie sich sehr leicht verführen lassen. Mit allen Tricks der Psychologie wird in die kleinen Kinderköpfe eingepflanzt, was sie unbedingt haben müssen, damit die dann ihre Eltern so lange „bearbeiten“ bis sie es bekommen. Es ist aber nicht wirklich das, was sie sich von Herzen wünschen. Das ist, wenn man genau und feinfühlig hinhört und sein Kind beobachtet, oft etwas ganz anderes. Die Wünsche, die sie so eifrig auf ihren Wunschzettel schreiben oder aus Katalogen ausschneiden und draufkleben, ist das was sich die Spielzeugindustrie wünscht: Viele Konsumenten und dadurch ein gutes Geschäft in der Weihnachtszeit. Das Wohl des Wirtschaft steht da schlicht und ergreifend über dem Wohl der Kinder. Nicht nur die Kinder werden verführt und nach allen Regeln der Kunst dafür missbraucht, dass die Wirtschaft angekurbelt wird, sondern auch wir Eltern werden dafür benutzt.

Für unsere Kinder nur das Beste

Das macht sich die Spielzeugindustrie zu Nutze und versetzt uns in den Glauben, dass Kinder, um sich gut entwickeln zu können, so viel Spielzeug wie möglich brauchen. Besonders empfänglich sind wir als Eltern für Spielzeug auf dem z.B. steht „pädagogisch wertvoll“. Also mich konnte man allein schon mit dem Aufdruck LERNSPIELZEUG so überzeugen, dass ich es einfach kaufen MUSSTE. Der Aufdruck muss anscheinend eine Menge Kosten – so teuer wie diese Spielzeuge mit diesem Wort darauf dann verkauft werden! Heute kann ich mit voller Überzeugung zu mir sagen: STOPP das brauche ich nicht zu kaufen – es hält eher weniger was es verspricht (und schon gar nicht zu diesen Preisen). Es gibt jede Menge Fachliteratur zum Thema Spielzeug und was Kinder zum Lernen wirklich brauchen z.B. von dem bekannten Kinderarzt und Hirnforscher Remo Largo oder dem Neurobiologen Geraldt Hüther. Diese erklären anhand von Studien und Beobachtungen, wie Kinder lernen – und da wird an keiner Stelle speziell teuer gekauftes Lernspielzeug erwähnt, im Gegenteil.

Alles gilt als „LERNSPIELZEUG“

Mein Tipp: Beobachtet eure Kinder und schaut welches die Dinge sind, die ihre Aufmerksamkeit am längsten auf sich ziehen? Mit denen sie beginnen zu erforschen und zu experimentieren und somit zu LERNEN? Das ist meist nämlich nicht der teure Soundwürfel oder die Motorik Schleife aus Holz made in Germany! Kind im Karton Diese Dinge landen allzu oft nach kurzem Bespielen in der Ecke und stauben dort ein. Oder sie werden umfunktioniert zu etwas wofür es eigentlich gar nicht gedacht war. So landen z.B. die multifunktionellen Zahlen aus Holz, mit denen man das Rechnen schneller lernt, als Nudeln im Topf der Kinderküche. Gleichzeitig werden die Bohnen bei Mama aus dem Schrank geholt und im Spiel eifrig sortiert und gezählt. Spätestes als ich solche Szenen genauso in meinem Zuhause und beruflich beobachtet habe und mir auch meine Freundinnen meine Sichtweisen bestätigt haben, hat es bei mir Klick gemacht. Kinder brauchen kein spezielles, angeblich dafür konstruiertes Spielzeug damit sie lernen. Sie lernen mit allem, was ihnen in die Finger kommt. Je weniger der Gegenstand eine innere Absicht in sich trägt, was damit gemacht werden soll, umso intensiver und ausgiebiger spielen/lernen sie damit. Ist das nicht toll? Mir hat das so viel Druck genommen. Ich musste nicht mehr ständig was kaufen, weil ich dachte, wenn sie dieses oder jenes Spielzeug nicht haben, dann haben sie einen Nachteil in ihrer Entwicklung. Stattdessen konnte ich sie entspannt dabei beobachten, wie sie z.B. stundenlang mit leeren Schuhkartons spielen.

Warum zu viel Geschenke vor allem in Form von Spielzeug die Kinder nicht glücklich machen

Und was war mit meiner Mission „strahlende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum“? Ja die war noch immer im Gange und ich auf der Suche nach Geschenken, die die Kinder glücklich machen. Das pädagogische Lernspielzeug habe ich ja nicht gekauft, weil es ihnen gefallen hat und weil es ihr Wunsch war, sondern weil ich dachte es wäre unverzichtbar – quasi überlebensnotwendig. Eher selten haben sie sich solche Spielzeuge gewünscht 😊 Also hat sich nicht so wirklich viel geändert. Die Geschenke, die sie glücklich machen habe ich zu diesem Zeitpunkt noch immer auf dem überfüllten Marketing—Werbebanner alias Wunschzettel gesucht. Ich bin offen und ehrlich, ja sie haben sich gefreut und ja ihre Augen haben gestrahlt. Kurzzeitig. Es war eher ein kurzer flackernder Blick, bevor sie wie eine Horde Wölfe über das nächste Geschenk hergefallen sind. Es lief im Großen und Ganzen wie folgt ab: Aufreißen – kurzes Strahlen – weg legen – nächstes Päckchen – und wieder von vorne… Nachdem dann der halbe Spielzeugladen unter dem Baum vertreten war, folgte erstmal noch die Suche nach weiteren Geschenken – man könnte ja was übersehen haben. Meist waren trotz der Fülle an Geschenken einige Dinge der Werbeindustrie nicht vertreten. Und in uns Erwachsenen kam Unverständnis auf. Wie kann bei der Fülle überhaupt noch etwas erwartet werden? Auch Tränen der Enttäuschung gab es schon. Erst danach wurde die „Beute“ auch eine kurze Weile bespielt. Bei der Fülle an Geschenken war es eher ein Hopping von A nach B, als ein ruhiges Spielen, bevor es ungeachtet in der Ecke liegen gelassen wurde. Manchmal waren auch Sachen dabei, die wirklich bis heute noch für Freude sorgen und ausgiebig von den Kindern benutzt werden. Allerdings ist das eher selten der Fall gewesen. Diese Szenen spielten sich so nicht nur zu Weihnachten ab. Sondern bei den anderen Festen und Anlässen verhielt es sich ungefähr gleich.

Zu viel Spielzeug sorgt für Überforderung im Kinderzimmer

Ich bin auch nicht der einzige Geschenkeengel in der Familie. Mit dem Ergebnis, dass die Kinderzimmer eher wie ein überfüllter Lagerraum aussahen, als ein Raum, der zum kreativen freien Spielen anregt. Ohne gute Logistik konnte man sowieso nichts mehr finden. Intensives Spiel das Kinder in einen Zustand des Glücks versetzt, ist in einem Zimmer, das alles bereit hält, schlicht und ergreifend nicht möglich. Glückliche Kinder sehen anderes aus. Beim Geschenke empfangen unter dem Baum und ja auch beim anschließenden Spielen im Kinderzimmer. Da war er wieder dieser Klick Moment. Das hat eine Weile gedauert, bis ich das verstanden hatte und annehmen konnte. Aber es musste eine Veränderung her.

Was passiert mit Kindern wenn sie mit zu vielen Geschenken in Form von Spielzeug überhäuft werden:

  • sie verlieren die Freude an Kleinigkeiten
  • ihre Kreativität wird gehemmt
  • sie können sich nicht auf das Spiel einlassen, ohne das Gefühl zu haben etwas zu verpassen
  • die Achtsamkeit mit dem Spielzeug geht verloren
  • sie streben ständig nach mehr materiellen Dingen und sind nie zufrieden
  • das Gefühl für wirklich echte Wünsche und materielle Dinge verschmelzen ineinander und sie können ihre echten Bedürfnisse immer weniger wahrnehmen
  • sie werden von klein auf zum Konsumieren erzogen, was zwar die Wirtschaft, aber nicht sie selbst glücklich machen
  • die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab

Geschenke als Mittel zum Zweck

Geschenke haben verschiedene Absichten und nicht immer sind sie ausschließlich dazu gedacht Freude zu bringen. Es gibt viele andere Hintergedanken, die hinter einem Geschenk, das einem Kind gemacht wird, stecken könnten, wie z.B.

  • eine Wiedergutmachung für zu wenig Zeit, die das Kind bekommt
  • Lob für gutes Benehmen oder gute Leistungen oder ähnliches
  • als Trostersatz bei jeglicher Art von Ängsten und Kummer
  • Bestechung „wenn du das machst… bekommst du…“
  • erkaufen von Zuneigung
  • usw.

Geschenke sollten nie mit solch oben genannten Absichten verschenkt werden. Kinder durchschauen sehr genau, ob ein Geschenk an Bedingungen geknüpft ist oder nicht.

Tipps zum Umdenken in der Weihnachtszeit, bei denen du deinem Kind sehr viele Geschenke machen kannst, die es aber nicht im Geschäft zu kaufen gibt.

Die Mission strahlende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum, läuft bei uns auch heute noch 😊 Was gibt es auch Schöneres in der Weihnachtszeit. Nur muss ich dafür nicht mehr schwitzend durch Geschäfte rennen. Wenn du dich und deine Familie an einigen Stellen wiedererkannt hast, lade ich dich dazu ein, ein paar Tipps, die gleich folgen, auszuprobieren. Es erspart nicht nur Zeit und Geld, sondern beschert ihnen auch noch viele tolle Erinnerungen.

Nikolaus

Geschenke zu Nikolaus: Früher – kleiner Stiefel mit Apfel, Orange und Nüssen. Heute – oftmals eine Flut von Geschenken, die schon lange in keinen Stiefel mehr passen. Der Hauptfokus von Nikolaus liegt heutzutage auf den Geschenken im, bzw. neben dem Stiefel. Eine tolle Veränderung an dieser Stelle ist es, den Fokus weg von materiellen Geschenken und hin zu einem schönen Tag zu lenken. Die Kinder lieben Rituale und gemeinsame Zeit mit der Familie. Ich kann mich noch sehr an den Nikolaustag zu meiner Kindheit erinnern. Aber nicht an die Geschenke, sondern an die Rituale und tollen Erlebnisse, die wir gemeinsam an diesem Tag hatten. Erinnere dich an deine Kindheit und bring dieses Gefühl deinen Kindern wieder näher. Ein besseres Geschenk, als das Weitertragen von Tradition und Ritualen kann man seinem Kind nicht machen.

Adventskalender

Er gehört in fast allen Familien dazu, weil sie ihn meist aus ihrer eigenen Kindheit kennen und das Ritual gerne weiter geben möchten. Selbst ein selbstgestalteter Kalender kommt dabei – auch wenn man nur noch so kleine 24 Geschenke besorgt – ganz schön auf seinen Wert, vor allem wenn man mehrere Kinder hat. Was dann gekauft wird, da spreche ich aus eigner Erfahrung, ist meistens „Krempel“, der nur kurz für Freude und Begeisterung sorgt. Der Schokokalender hat bei den meisten Familien auch ausgedient. Zwar haben die Kinder beim morgendlichen Schokofrühstück sehr viel Freude, allerdings die Mamas deutlich weniger. Fertige Kalender, die es oft zu bekannten Kinderhelden zu kaufen gibt, sind meistens nicht gerade günstig und der Inhalt lässt sich in der Regel auch in die Kategorie „Krempel“ einordnen. Es gibt aber sehr tolle Alternativen z.B.:

der Zeitkalender

24 Erlebnisse, die ihr gemeinsam mit eurem Kind verbringt, in Bild oder Textform auf kleine Zettel gebracht, mit Zahlen versehen und an eine Schnur aufgehängt. Z.B. Waldspaziergang, Nachtwanderung, Spieleabend, Vorlesemarathon, usw.) Seid kreativ.

Geschichten Kalender

Eine tolle Geschichte in 24 kleine Geschichtenteile aufgeteilt. Jeden Tag findet das Kind einen Teil der Geschichte im Kalender. Das Vorlesen kann mit bestimmten Ritualen verknüpft werden. Es könnte z.B. immer eine Tasse Tee und Plätzchen dazu geben.

Ich-hab-dich-lieb Kalender

Besonders geeignet für etwas ältere Kinder. Der Kalander besteht aus 24 Botschaften, was das Kind besonders gut kann und was an ihm besonders toll ist.

Erinnerungskalender

24 Fotos mit tollen gemeinsamen Erlebnissen aus dem letzten Jahr. Gemeinsam werden diese dann auch gerne mit einem bestimmten Ritual angeschaut und die Erlebnisse nochmals besprochen. Das ist auch in Form eines Puzzles möglich, das dann an Weihnachten aufgehängt werden kann.

Erinnerungspost

Ähnlich wie bei den Fotos, nur das dieses Mal 24 tolle Erlebnisse in Form von Briefen erzählt werden. Hierbei kann auch das ganze Leben des Kindes mit einbezogen werden. Nicht nur das letzte Jahr, sondern alle Erlebnisse im Leben des Kindes, können hier im Brief erzählt werden.

Der-Weg-zur-Krippe Kalender

Ähnlich wie der Geschichten Kalender, allerdings wird hier die Weihnachtsgeschichte in 24 Teile aufgeteilt und die Kinder haben z.B. die Figuren der Weihnachtskrippe in ihrem Kalender. Gemeinsam mit seinem Kind macht man sich dann auf den Weg zur Weihnachtskrippe, die nach und nach mit mehr Figuren besetzt wird. Es eignet sich die Krippe an einem zentralen Ort in der Wohnung aufzustellen, da die Kinder meist mehr als einmal diese Geschichten hören und spielen wollen. Das sind nur Beispiele, von denen wir einige auch selbst schon durchgeführt haben. Es gibt da unendlich viele Ideen außerhalb der Konsumwelt, die den Kindern viel Freude bereiten. Bei mehreren Kindern bietet es sich an, den Kalender zu teilen. Wir machen das immer so, dass jedes Kind an einem Tag dran ist und das klappt super. Außerdem können an einem Kalender auch meist mehrere Personen etwas dazu geben. Eine Geschichte beim Geschichtenkalender, Erlebnisse beim Zeitkalender, einen Brief… Somit umgeht man, dass es überall Kalender gibt (Oma, Tante, Onkel, usw.) und das Kind dann manchmal 10 Türchen hintereinander öffnen muss.

Schenken – Auf die Menge kommt es an!

Natürlich macht es Spass, den Kindern auch mal einen materiellen Wunsch, in Form eines Spielzeugs zu erfüllen. Und auch den Kindern bringt das Freude – das steht ja außer Frage. Bei uns sehr beliebt: Playmobil und Sachen von Feuerwehrmann Sam. Aber wenn man vor lauter Geschenken den Baum nicht mehr sieht, dann ist es einfach zu viel. Und da spreche ich aus Erfahrung. Zu viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum Da man das oft nicht nur selbst in der Hand hat, ist es hilfreich das Thema in der ganzen Familie zu besprechen. Nur so kann man dem Übermaß an Spielzeuggeschenken Einhalt gewähren.

6 Tipps, wie ihr die Menge zum Wohle der strahlenden Kinderaugen einschränken könnt

1. Gemeinschaftsgeschenk

Anstelle von vielen Kleinigkeiten, ist es oft besser, zusammenzulegen und einen wirklichen Wunsch zu erfüllen.

2. Erlebnisse

Anstelle von Spielzeug ist es eine Bereicherung für die ganze Familie, sich Erlebnisse zu schenken – sich Zeit zu schenken. Das können z.B. Jahreskarten für den benachbarten Park, ein Theaterbesuch, ein Spaßbad usw. sein. Jahreskarten sind auch eine gute Idee für ein Gemeinschaftsgeschenk.

3. Absprachen treffen

Es kommt doch immer mal wieder vor, dass Spielzeug doppelt oder in ähnlicher Ausführung geschenkt werden. Deswegen ist es hilfreich, sich in der Familie im Vorfeld darüber auszutauschen, was geschenkt wird.

4. Verbrauchsmaterial verschenken

Bastelkleber, Stifte, Blöcke, eben Dinge, die sich gerade bei Kindern, die sich gerne kreativ ausleben, schnell aufbrauchen.

5. Ein Konto anlegen.

Verwandte haben oft einen gewissen Betrag im Kopf, den sie an Weihnachten für das Kind ausgeben wollen. Deshalb wird einfach so viel gekauft, bis der Betrag erreicht ist. Oft ist es aber sinnvoller, eine Kleinigkeit zu schenken und den Restbetrag, in welcher Form auch immer, für das Kind und spätere Wünsche oder gemeinsame Erlebnisse zu sparen.

6. „Platz schaffen“

Bevor Platz für Neues ist, kann gemeinsam mit den Kindern geschaut werden, welches Spielzeug ausgedient hat. Vielleicht können damit ja sogar andere Kinderaugen zum Strahlen gebracht werden. Fröhliche Kinder

Der Konsumgesellschaft entgegen wirken

Es ist wichtig mit den Kindern darüber zu sprechen, falls sich bei euch bezüglich Geschenken zukünftig etwas ändern soll. Es ist hilfreich, sie zu fragen, wie sie das empfinden und welche Ideen sie haben. Ich persönlich war sehr positiv überrascht von den Reaktionen und Ideen, die unsere Kinder eingebracht haben, als wir beschlossen haben etwas zu verändern. Es ist hilfreich, sich vor Augen zu führen, was Kinder wirklich brauchen. Und damit meine ich nicht welches Spielzeug noch fehlt, sondern ihre tiefen, inneren Bedürfnisse:

  • Liebe und Zuneigung
  • dazu gehören
  • Anerkennung
  • Herausforderungen, an denen sie wachsen, aber sich nicht überfordert fühlen
  • Vertrauen
  • Verantwortung für andere übernehmen dürfen
  • Eigenständigkeit usw.

Das sind nur ein paar der tiefen Grundbedürfnisse unserer Kinder, die es zu stillen gilt. Kinder, die die Erfahrung machen, dass ihre Grundbedürfnisse gestillt werden, sind glücklich und zufrieden und viel schwieriger von der Spielzeugindustrie zu verführen. Fehlt ihnen jedoch etwas, dann versuchen sie es in Spielzeugen zu finden. Natürlich geht das nicht und deswegen wollen sie immer mehr, um ein kurzes Glücksgefühl zu bekommen und die innere Leere kurzzeitig zu füllen. Das ist übrigens nicht nur bei Kindern so.

Zum Abschluss Tipps für Geschenke, die Kinderaugen wirklich strahlen lassen

Die stillen, tiefen Grundbedürfnisse sollten wir unseren Kindern jeden Tag aufs Neue zum Geschenk machen, indem wir unsere Kinder mit viel Liebe und Aufmerksamkeit beschenken. Ihnen unsere Zeit widmen und die gemeinsamen Erlebnisse als kostbarstes Geschenk bewahren und so oft verschenken, wie es nur geht. Auch sollten wir ihnen unser Vertrauen schenken und sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln lassen. Wir sollten ihnen zum Geschenk machen, ihnen so oft wie möglich zu sagen, wie wundervoll sie sind und wie schön es ist, dass sie da sind. Das ist das Fundament und die beste Strategie für strahlende Kinderaugen. Um auf die Anfangsfrage zurück zu kommen: Diese Geschenke MÜSSEN es sein! Jetzt wollt ihr sicher noch wissen, was aus meiner Mission „Geschenkeengel“ geworden ist? Die Antwort habe ich euch bereits gegeben 😊 Ich überhäufe sie noch immer mit Geschenken – allerdings viel viel seltener in Form von Spielzeug 😉 Denn wir wenden die Tipps, die ich euch oben gegeben habe an. An Geburtstagen und Weihnachten gibt es natürlich noch Spielzeug – aber in drastisch reduzierter Menge. So ist es etwas Besonderes geworden und sie können das, was sie bekommen haben viel mehr genießen. Die Jungs überlegen jetzt von sich aus viel bedachter, was sie sich wirklich wünschen. Im letzten Jahr gab es für uns alle ein Gemeinschaftsgeschenk, das nicht nur für Weihnachten, sondern auch für Geburtstag und sonstige Anlässe gezählt hat und das uns allen noch immer viel Freude bereitet (Jahreskarten für einen Freizeitpark). Der Rest wird durch Rituale, Zeit und Liebe aufgefüllt – so sehen wir auch endlich unseren Baum wieder. Und auch meine Erwartungen bezüglich der Geschenke von meinem Mann, habe ich abgelegt. Jetzt kann auch er wieder entspannt dem Fest der Liebe entgegen schauen. Es dauert noch etwas bis zum ersten Advent, aber ich wünsche euch jetzt schon mal eine entspannte und besinnliche Vorweihnachtszeit Hier noch ein Buchtipp, der super zum Thema passt: Was schenken wir unseren Kindern?: Ein Denkanstoß Nadja Weihnachtsbaum